Leo Thun an Gregor Zeithammer
Wien, 1. August 1850
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Personalfragen Gymnasien

Wien den 1. August 1850

Lieber Herr Zeithammer!

Wie Ihnen bekannt ist, habe ich Nahlowsky damit betraut das Gymnasium in Cernowic, das ein faulender Sumpf war, zu einer frischen Quelle umzugestalten. Zu dem Ende sind bereits einige Schritte geschehen, hingegen müssen noch einige schlechte Elemente entfernt und durch gute ersetzt werden. Mit Beziehung auf diesen Umstand schreibt Nahlowsky, er wünsche sehr: „einen jungen Mann aus Prag Dr. Negedly der sich gegenwärtig bei der Kaiserbibliothek verwendet, ein Schüler Exners, den neuen Instituzionen im Schulwesen zugethan, der sich mehrfach wissenschaftlich orientiert hat, fleißig und vom besten Willen beseelt ist.“
Ich vermuthe, daß es Ihnen möglich sein wird in Erfahrung zu bringen wer mit dieser wenn auch etwas unbestimmten Beschreibung gemeint ist. In solchem Falle bitte ich Sie mir unverzüglich Nachricht zu geben, ob derselbe sich vielleicht der Lehramtsprüfung unterzogen hat, oder was es sonst mit ihm für ein Bewendtnis[sic!] hat, und ob er nicht etwa für den Bedarf der böhmischen Gymnasien schwer entbehrlich ist.

Mit aufrichtiger Hochachtung

Ihr
Ergebener
Thun