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Dokument Leo Thun an Hermann Vicari
Wien, 7. Februar 1851
Signatur Österreichische Nationalbibliothek
Handschriftenabteilung
Autogr. 346/38-1
Regest

Leo Thun dankt dem Erzbischof von Freiburg, Hermann Vicari, für den Hinweis auf den Philologen Bernhard Jülg. Der Minister möchte Jülg gern an die Universität Lemberg berufen. Er bittet Vicari, er möge sich bei Jülg erkundigen, ob dieser dazu bereit wäre. Thun versichert dem Erzbischof, dass es sein Ziel sei, Lehrer zu ernennen, die im Geiste der katholischen Kirche lehren.

Beilagen, Anmerkungen

Da es sich bei dem Brief um eine Abschrift handelt, die sich im Nachlass von Bernhard Jülg befindet, muss offen bleiben, ob der Brief eigenhändig von Leo Thun ist. Die Abschrift trägt jedoch keine Aktennummer des Ministeriums.

Schlagwörter
Transkription und Kodierung Dieses Dokument wurde von Christof Aichner und Tanja Kraler transkribiert und nach XML/TEI kodiert.
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Transkription

    Hochwürdigster Herr!

    In Berücksichtigung der sehr empfehlenden Zeugnisse über die Kenntnisse des Dr. Jülg und vor Allem der besondern Gewogenheit, die Eure erzbischöflichen Gnaden für ihn aussprechen, und die mir für seinen Charakter und seine Gesinnung die vollgültigste Bürgschaft gewährt, nehme ich nicht länger Anstand, meine Bereitwilligkeit zu erklären, ihn für eine Anstellung an der Lemberger Universität in Antrag zu bringen. Eure erzbischöfliche Gnaden würden mich sehr verbinden, wenn Sie die Gewogenheit hätten, an ihn die definitive Frage gelangen zu lassen, ob er geneigt sei, eine außerordentliche Professur der klassischen Philologie mit einem Gehalte von 1000 fl CM und Bewilligung einer Reisevergütung von 300 fl CM anzunehmen, und mit dem kommenden Semester anzutreten. Er möge – wenn es seinen Wünschen entspricht – mir seine bejahende Antwort sogleich einsenden, und ich werde sodann ohne Verzug den allerunterthänigsten Antrag an Seine Majestät erstatten. Je mehr ich die Wichtigkeit fühle, bei der Nothwendigkeit die wissenschaftlichen Kräfte an den österreichischen Studienanstalten zu vermehren, dabei – im Geiste der katholischen Kirche – auch auf die Gesinnung der Lehrer das größte Gewicht zu legen, desto dankbarer bin ich Eurer Erzbischöflichen Gnaden, mich auf die Spur eines vertrauenswürdigen Mannes geführt zu haben. Mit wahrer Hochachtung habe ich die Ehre zu verharren.

    Eurer erzbischöflichen Gnaden

    ergebenster Diener
    Thun

    Wien den 7. Febr. 1851