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Wien den 2. April 1853

Hochwürdigster Herr Fürstbischof!

Für die mir über Direktor Kurz mitgetheilten Nachrichten, welche mir zu großer Befriedigung dienen, sage ich Euerer fürstlichen Gnaden meinen herzlichen Dank. Dr. Weiß ist bereits zum Professor der Geschichte ernannt; die offizielle Verständigung ist auch bereits auf diplomatischem Wege eingeleitet und ich habe ihm überdieß – da auf jenem Wege nicht sehr schnell gefahren werden kann – auch durch Vermittelung Prof. Fesslers die Nachricht brieflich zukommen lassen. Nur die Kundmachung durch die Zeitung ist noch nicht geschehen, weil ich durch einige unangenehme Erfahrungen gewitzigt die Ernennung von Ausländern nie mehr veröffentlichen lasse, bevor sie auf ihrem Posten eingelangt sind. Nach allem was ich höre, hoffe ich, daß Dr. Weiß eine sehr gute Acquisizion sein wird.
Über die Veränderung, die sich in der Stellung Euerer fürstlichen Gnaden zugetragen hat, habe [ich] pflichtschuldig geschwiegen, bis ich in der Lage war, Euere fürstliche Gnaden hiervon offiziell zu benachrichtigen. Daß es so kommen werde, war längst meine Überzeugung. Gott wird Euerer fürstlichen Gnaden fernerhin seinen Segen schenken, wie Er es bisher gethan. Nicht Euerer fürstlichen Gnaden, sondern der Kirche und dem Vaterlande wünsche ich Glück zu der Erhebung Euerer fürstlichen Gnaden auf eine Stelle, die erwünschte Gelegenheit biethen wird, den großen Einfluß den Sie sich bereits zu erringen wußten, in noch erweitertem Maaße geltend zu machen. An schwierigen Aufgaben fehlte es allerdings nicht; indessen – es sind schon schwierigere vorgelegen – und Gott sei Dank! einer glücklichen Lösung entgegengeführt worden.
Mit dem wiederholten Ausdruck meiner aufrichtigen Hochachtung habe ich die Ehre zu verharren

Euerer fürstlichen Gnaden
ergebener Diener
Thun