Kultus

den 15. Juni 858

Hochwohlgeborener Freiherr!

Baron Meysenbug hat mir mitgetheilt, daß Sie mir die Ehre ihres Besuchs schenken wollen. Das Band gemeinsamer Freunde, und die theilweise Bekanntschaft mit Ihrem Werk hat es mich längst lebhaft wünschen lassen, Sie persönlich kennen zu lernen und ich werde mich sehr glücklich schätzen, wenn sie so freundlich sein wollen, mich morgen zwischen 2 und 4 Uhr in meinem Bureau (Singerstraße, gegenüber der Staatsdruckerei) aufzusuchen.

Mit ausgezeichneter Hochachtung habe ich die Ehre zu verharren.

Ihr
ergebener Diener
Gf. Leo Thun