Leo Thun an Franz Exner
o. O., o. D. [April 1852] 1
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Ministerium für Kultus und Unterricht Lombardo-Venetien

Lieber Freund!

Es freut mich herzlich endlich zu hören, daß sich Ihre Gesundheit herzustellen anfängt. Was ich thun kann um den Zweck zu fördern, werde ich mit wahrer Freude thun. Urlaub über 1/2 Jahr hinaus zu bewilligen habe ich aber keine Vollmacht. Wollen Sie mir daher ein Gesuch einsenden, belegt mit einem ärztlichen Zeugnisse, welches beweist, daß Sie noch nicht gesund sind, aber hoffen dürfen es binnen eines weiteren Urlaubes von einigen Monaten zu werden. Auf Grundlage desselben werde ich mir dann die Ermächtigung erbitten, Ihnen eine Verlängerung des Urlaubes nach Bedürfnis zu erwirken.
Ich hatte geglaubt, es würde Ihnen vielleicht erwünscht sein, noch einige Zeit in Italien zu bleiben, in welchem Falle ich Ihnen hätte einen amtlichen Auftrage zur Bereisung des Landes geben können, auch Gäntner[?] billiget aber die Ansicht, daß Sie sich der italienischen Sommerhitze entziehen sollen. Ich selbst muß nach Karlsbad und werde wohl Anfangs oder Mitte May dahin abreisen und so kann es wohl sein, daß ich noch lange des Vergnügens entbehren werde, Sie wiederzusehen. Mit um so freudigerer Erwartung sehe ich Ihrem Beistand für den Herbst oder Winter entgegen – ich vermisse ihn recht schmerzlich. Mit dem herzlichen Wunsch, daß Sie wenigsten den April etwas angenehmer als die verflossenen Monate in Venedig werden zubringen können.

Ihr aufrichtig ergebener

Thun