Info

Dokument Leo Thun an Franz Exner
o. O., o. D. [April 1852] 1
Signatur Österreichische Nationalbibliothek
Handschriftenabteilung
Autogr. 273/47-13
Regest

Leo Thun freut sich über Franz Exners Genesungsfortschritte. Er möchte den Heilungsfortschritt weiter unterstützen. Thun möchte Exner dazu auch einen langen Urlaub gewähren, wofür er aber ein offizielles Gesuch benötigt. Sofern Exner in Italien bleiben möchte, kann Thun ihm einen offiziellen Auftrag hierfür erteilen, allerdings gibt er ihm den Ratschlag, die italienische Sommerhitze zu meiden. Thun selbst wird im Mai nach Karlsbad reisen und hofft, Exner im Herbst wieder in Wien zu sehen. Thun freut sich auf eine neuerliche, fruchtbare Zusammenarbeit.

Schlagwörter
Transkription und Kodierung Dieses Dokument wurde von Christof Aichner und Tanja Kraler transkribiert und nach XML/TEI kodiert.
License eXist-db

Transkription

    Lieber Freund!

    Es freut mich herzlich endlich zu hören, daß sich Ihre Gesundheit herzustellen anfängt. Was ich thun kann um den Zweck zu fördern, werde ich mit wahrer Freude thun. Urlaub über 1/2 Jahr hinaus zu bewilligen habe ich aber keine Vollmacht. Wollen Sie mir daher ein Gesuch einsenden, belegt mit einem ärztlichen Zeugnisse, welches beweist, daß Sie noch nicht gesund sind, aber hoffen dürfen es binnen eines weiteren Urlaubes von einigen Monaten zu werden. Auf Grundlage desselben werde ich mir dann die Ermächtigung erbitten, Ihnen eine Verlängerung des Urlaubes nach Bedürfnis zu erwirken.
    Ich hatte geglaubt, es würde Ihnen vielleicht erwünscht sein, noch einige Zeit in Italien zu bleiben, in welchem Falle ich Ihnen hätte einen amtlichen Auftrage zur Bereisung des Landes geben können, auch Gäntner[?] billiget aber die Ansicht, daß Sie sich der italienischen Sommerhitze entziehen sollen. Ich selbst muß nach Karlsbad und werde wohl Anfangs oder Mitte May dahin abreisen und so kann es wohl sein, daß ich noch lange des Vergnügens entbehren werde, Sie wiederzusehen. Mit um so freudigerer Erwartung sehe ich Ihrem Beistand für den Herbst oder Winter entgegen – ich vermisse ihn recht schmerzlich. Mit dem herzlichen Wunsch, daß Sie wenigsten den April etwas angenehmer als die verflossenen Monate in Venedig werden zubringen können.

    Ihr aufrichtig ergebener

    Thun