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Dokument Johann Friedrich Schulte an Leo Thun
Prag, 4. Februar 1856
Signatur Staatliches Gebietsarchiv Leitmeritz, Zweigstelle Tetschen-Bodenbach
Familienarchiv Thun-Hohenstein, Linie Tetschen, Nachlass Leo Thun
A3 XXI D368
Regest

Der Jurist Johann Friedrich Schulte übersendet mit diesem Brief ein Schreiben des Philologen Franz Pauly, mit dem dieser die ihm angebotene Stelle als Gymnasiallehrer annimmt. Pauly hat seine Stelle in Preußen bereits gekündigt und kann ab 1. März in österreichischen Dienst treten. Schulte schreibt dann weiter, dass er von Eduard Goebel, dem ebenfalls eine Stelle in Österreich angeboten worden war, noch keine Nachricht erhalten habe. Schulte erwartet sie aber demnächst und wird sie dann umgehend an Thun weiterleiten. Schulte entschuldigt sich, dass er nicht ausführlicher schreiben könne, da er mit Arbeit überlastet sei. In den anstehenden Osterferien steht er dem Minister für mögliche Besprechungen zur Ausführung des Konkordats jedoch zur Verfügung.

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Transkription

    Euer Excellenz!

    überreiche ich anliegend ganz ergebenst die Erklärung1 des Dr. Pauly mit dem Bemerken, daß, wie auch dieselbe ausspricht, Pauly bereits der preußischen Regierung gekündigt und vom 1. März dieses Jahres ab sofort eintreten kann, als Euer Excellenz es wünschten. Ich erlaube mir, mit Rücksicht auf dessen Lage, die ganz ergebenste Bitte, demselben möglichst bald das Anstellungsdecret durch mich gnädigst übermitteln zu wollen.
    Die Erklärung des Dr. Goebel sende ich, sobald ich sie habe, ein.
    Entschuldigen Hochdieselben mit den augenblicklich gehäuften Arbeiten, welche mir der bereits begonnene Druck meines Kirchenrechts macht, meine flüchtigen Zeilen.
    Sollten Euer Excellenz vielleicht behufs der Ausführungsverordnungen betreffend das Concordat irgendwie meine schwachen Dienste wünschen, so würden mir die bevorstehenden Osterferien Gelegenheit und Zeit geben, Hochdenselben in jeder gewünschten Weise mit Freuden mich dienstwillig erweisen zu können.
    Um Hochdero fernere Geneigtheit ganz ergebenst bittend zeichnet mit tiefster Hochachtung, Ergebenheit und Verehrung

    Euer Excellenz
    gehorsamster Diener
    Dr. Schulte

    Prag, den 4. Februar 1856