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Dokument Wenzel Schanda an Leo Thun
Klattau [Klatovy], 3. Jänner 1861
Signatur Staatliches Gebietsarchiv Leitmeritz, Zweigstelle Tetschen-Bodenbach
Familienarchiv Thun-Hohenstein, Linie Tetschen, Nachlass Leo Thun
A3 XXI D623a
Regest

Der Pater und Gymnasiallehrer Wenzel Schanda bedankt sich bei Leo Thun für dessen Leistungen als Minister. Er drückt vor allem seine Freude darüber aus, dass Thun die Kirche von ihren vormaligen Fesseln befreit hat und ihr durch das Konkordat die ihr gebührende Stellung verschafft hat.

Beilagen, Anmerkungen

Das Schreiben befindet sich im Nachlass gemeinsam mit 39 weiteren Dankadressen unter der Signatur A3 XXI D623a.

Schlagwörter
Transkription und Kodierung Dieses Dokument wurde von Christof Aichner und Tanja Kraler transkribiert und nach XML/TEI kodiert.
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Transkription

    Euer Excellenz,
    Hochgeborner Herr Graf
    und kaiserlicher Herr Reichsrath!

    Indem der in tiefster Ehrfurcht unterzeichnete Direktor den schriftlichen Ausdruck der innigsten Dankgefühle des Lehrkörpers des Klattauer Gymnasiums Euer Hochgräflichen Gnaden, unserem unvergeßlichen Minister für Cultus und Unterricht, unterbreitet, spricht er nur noch als Priester des Benediktinerordens, welcher seine Kirche mit Begeisterung liebt, seine eigenen Gefühle des Dankes aus, wie ein katholisches Herz, frei von jeder anderen Rücksicht, ergriffen ist und sich rein und einfach äußert, wenn es jener Wohlthat gedenkt, welche Euer Excellenz der katholischen Kirche in Oesterreich dadurch erwiesen haben, daß die katholische Kirche bei uns in ihre heiligsten Rechte durch Hochdero Anstrengungen eingesetzt, mit der Wissenschaft, mit dem ganzen Unterrichtswesen befreundet, versöhnt wurde.
    Nur ein vorurtheilsfreies, begeistertes katholisches Herz kann empfinden, welcher Dank im Erguße des Gebetes jenen großen Heldenseelen gebührt, die mit höchst seltenem vorurtheilsfreien edlem Muthe der göttlichen Kirche die Fesseln abnehmen.
    Sollte bei einer Revision des Concordates die katholische Kirche ihre kaum errungenen wesentlichen Rechte abermals opfern müssen – dann erst wird ein wahrer Katholik sich sehnen, Euer Excellenz jene gereichte Hand küssen zu können, welche früher die Dekrete unterschrieben hat, mit welchen die katholische Kirche in Oesterreich früher in ihre unveräußerlichen Rechte eingesetzt ward.

    Euer Excellenz
    in lebenslänglichem Gebete dankbarster ehrfurchtsvollster Verehrer
    P. Wenzel Schanda
    Direktor und Katechet,
    Priester des Benediktinerstifts Emmaus

    k.k. Gymnasium zu Klattau [Klatovy], 3. Januar 1861