Friedrich Rigler an Leo Thun
Graz, 27. Oktober 1860
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Ministerium für Kultus und Unterricht Entlassung Thuns Gymnasien

Eure Excellenz!

Im Zeitpunkte bedeutungsvoller Veränderungen verweilet meine Betrachtung und mein Gefühl am längsten und am innigsten bei dem hochgesinnten Schöpfer und Begründer des neueren Gymnasialwesens in Österreich. Möge Eurer Excellenz der warmgefühlte und laut ausgesprochene Dank aller der vielen zu Theil werden, welche die Bedeutung der neuen Schöpfung und die ausdauernde Umsicht und Festigkeit, womit ihr bisheriger Bestand erkämpft werden mußte, zu würdigen wissen! Möge uns das Werk solcher Anstrengung nach seinen wesentlichsten Grundzügen auch fernerhin erhalten bleiben und insbesondere der von Eurer Excellenz zur geistigen und sittlichen Hebung des Gymnasiallehrstandes eröffnete Weg nicht wieder verlassen werden!
Mich selbst haben Eure Excellenz in nahezu zehn Jahren mit vielfachen Beweisen huldvoller Nachsicht, gnädiger Ermunterung und eines Vertrauens beglückt, dem ich so gerne mit der angestrengtesten Verwendung meiner Kräfte entsprochen haben würde, wenn nicht eben das Maß dieser Kräfte durch eine von frühester Jugend an gebrechliche Gesundheit sehr beschränkt gewesen wäre.
Genehmigen Eure Excellenz hiefür in diesen wenigen Zeilen den ungeheuchelten Ausdruck meines wärmsten Dankes und die Versicherung, daß ich Zeit meines Lebens nie aufhören werde, mich mit dem Gefühle tiefster Hochachtung und Verehrung zu nennen

Eurer Excellenz
dankbar ergebenster Diener
Friedrich Rigler
k.k. Schulrath

Gratz, den 27. Okt. 1860