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Dokument Anton Prokesch-Osten an Leo Thun
Berlin, 3. Oktober 1851
Signatur Staatliches Gebietsarchiv Leitmeritz, Zweigstelle Tetschen-Bodenbach
Familienarchiv Thun-Hohenstein, Linie Tetschen, Nachlass Leo Thun
A3 XXI D125
Regest

Der Diplomat Anton Prokesch-Osten empfiehlt Leo Thun erneut den konvertierten Studenten Dionys Grün, der diesen Brief überbringt. Grün wurde ihm vom Berliner Dompropst Leopold Pelldram mündlich und schriftlich empfohlen. Prokesch legt das Empfehlungsschreiben Pelldrams bei.
In der Beilage teilt der Propst von St. Hedwig, Leopold Pelldram, Prokesch-Osten mit, dass der jüdische Student Dionys Grün zum katholischen Glauben übergetreten sei und nun sein Studium in Wien fortsetzen wolle. Pelldram würde sich über eine Unterstützung durch Prokesch-Osten sehr freuen und betont, dass Grün dem Kaiserstaat sicherlich von Nutzen sein werde.

Beilagen, Anmerkungen

Beilage: an , , 2. Oktober 1851.

Schlagwörter
Transkription und Kodierung Dieses Dokument wurde von Christof Aichner und Tanja Kraler transkribiert und nach XML/TEI kodiert.
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Transkription

    Berlin, 3. Oktober 1851

    Hochgeborner Graf,

    Der Überbringer ist ein österreichischer Unterthan und kürzlich aus dem jüdischen Glauben übergetreten, der mir auf das Wärmste durch den hiesigen katholischen Probst mündlich und schriftlich als ein sehr braves und unterrichtetes Individuum empfohlen wurde. Es ist derselbe Mann, über den ich vor einigen Monaten zu schreiben die Ehre hatte. Ich lege das eben erhaltene Schreiben des Probst bei. Haben Euer Excellenz die Gnade, ihn freundlich anzuhören und ihn zu ermuntern und zu stärken.

    Hochachtungsvoll

    Prokesch-Osten

    Euer Excellenz,

    wollen es nicht ungnädig aufnehmen, wenn ich Hochdieselben heute durch die Mittheilung behellige, daß der israelitische Student Grün vorigen Montag das heilige Sakrament der Taufe mit vieler Rührung empfangen hat und nun in Wien seine Studien zu vollenden gedenkt. Ich wiederhole das wohlerwogene ergebenste Geständnis, daß Herr Grün zu den schönsten Hoffnungen berechtiget und einst seinem Vaterlande recht nützlich werden wird. Für die nächste Zukunft habe ich dem Mehrgenannten die nöthigen Geldmittel beschafft; aber wenn Euer Excellenz die Gnade haben wollten, demselben ein empfehlendes Wort nach Wien hochgeneigtest angedeihen zu lassen, so würde er Hochdemselben innigst dankbar sein.
    Genehmigen Euer Excellenz die Versicherung meiner größten Ehrerbietung, mit der ich verharre als

    Euer Excellenz

    gehorsamster Diener
    Pelldram
    Propst bei St. Hedwig

    Berlin, am 2. October 1851