Ferdinand Manussi an Leo Thun
Wien, o. D. [post April 1851]
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Revolution

Euer Excellenz!

Zur hohen Verdienstes Anerkennung Seiner Durchlaucht des k.k. Feldmarschalls Alfred Fürsten von Windischgrätz war im vorigen Jahre die Gründung eines Invalidenfondes angeregt, welcher bis jetzt eine Summe von circa 10.000 fl CM erreicht hat und wovon invalid gewordene Soldaten unserer mit Ruhm bekränzten tapferen Armee betheilt werden sollen.
Bereits bestehen Invalidenfonde von 5 Helden unserer österreichischen Armee, welche jedoch durch ergiebigere Zuflüsse und insbesondere durch die gegenwärtige Lotterie um eine höchst nahmhafte Summe vermehrt wurden.
Da aber der Fond, welcher zu Ehren der unsterblichen Verdienste Seiner Durchlaucht des Fürsten von Windischgrätz als Mitretter der Monarchie, gegen die übrigen Invalidenfonde sehr zurück ist und die Armee, welche unter Fürst Windischgrätz nicht minder für den großen Zweck einstand, ihre höchsten Güter für Kaiser und Vaterland einsetzte und sich diesfalls gleiche Lorbeeren errungen hat, so dürfte jeden Patrioten und Menschenfreund es schmerzlich berühren, wenn dieser Theil unserer heldenmüthigen Armee minder bedacht werden sollte. Es hat sich diesfalls ein eigenes Comité gebildet, welches sich zur Aufgabe setzte, die Theilnahme für diesen Invalidenfond zu wecken, damit auch diese Stiftung sobald als möglich in's Leben treten und unseren invalid gewordenen Vaterlandsvertheidigern der verdiente Lohn ehestens zu Theil werden könne.
In diesem Sinne erlaubt sich der ganz ergebenst Gefertigte die hohe Huld Euer Excellenz als bekannter Beförderer aller Wohlthätigkeitsacte dahin zu bitten, daß Euer Excellenz auch diesem Invalidenfonde Dero gnädige und wohlwollende Theilnahme nicht minder schenken möchten, als Hochdieselben auch gleichzeitig ein für die Mit- und Nachwelt zu stiftendes Denkmal an einen würdigen Zeitgenossen, welcher einer der ersten das Banner zur Rettung Oesterreichs und zur Wiederherstellung eines staatlichen Lebens entfaltend auftrat, dadurch fester zu begründen helfen, ein Denkmal, welches bereits durch einen Allergnädigsten Beitrag Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef seine Weihe empfing.

Euer Excellenz

unterthänigster
Ferdinand Carl Manußi
k.k. Gerichtsdepositenamtsliquidator. Ehrenbürger, Mitgründer und Mitvorsteher mehrerer Humanitätsanstalten,
Mitglied der k.k. Landwirthschaftsgesellschaft, des u. i. Gewerbs- und mehrerer auswärtiger Vereine, etc.