Info

Dokument Józef Majer an Leo Thun
Krakau, 12. August 1850
Signatur Staatliches Gebietsarchiv Leitmeritz, Zweigstelle Tetschen-Bodenbach
Familienarchiv Thun-Hohenstein, Linie Tetschen, Nachlass Leo Thun
A3 XXI D67
Regest

Der Rektor der Universität Krakau, Józef Majer, berichtet Leo Thun über die Situation an der Universität Krakau und gibt zahlreiche Berufungsvorschläge. Zunächst bedankt er sich jedoch bei Leo Thun, dass dieser die Ehrenmitgliedschaft der Universität Krakau annehmen will. Dann wendet er sich in Personalfragen mit einigen Wünschen an Thun. Gleichzeitig entschuldigt er sich für seine Offenheit und erklärt den Grund, warum er auf privatem Wege an Thun schreibt. Majer bemerkt, dass für die Lehrkanzeln an der medizinischen Fakultät dem Minister bereits Lehrkräfte vorgeschlagen worden sind. Majer schlägt jedoch noch weitere Kandidaten vor, erläutert seine Präferenzen und drängt auf eine rasche Entscheidung. Außerdem bittet er neuerlich um die Errichtung von Lehrkanzeln für Chemie, Zoologie, Botanik und Mineralogie, die bei der Reorganisation der Universität an die philosophische Fakultät übergehen sollen. Majer ist sich durchaus dessen bewusst, dass nicht alle Lehrstühle auf einen Schlag eingerichtet werden können, der Lehrstuhl für Chemie müsse aber dringend geschaffen werden. Er empfiehlt auch einen Kandidaten dafür. Des weiteren wäre aus der Sicht des Rektors eine Lehrkanzel für allgemeine und polnische Literatur dringend erforderlich: der bisherige Supplent zeichne sich zwar durch Gelehrsamkeit aus, doch bezweifelt Majer, dass seine Ernennung der Universität Glanz verleihen würde. Er bittet Thun daher um die Berufung eines anderen, von ihm vorgeschlagenen Kandidaten. Schließlich berichtet Majer, dass der Konkurs für den Lehrstuhl der Universalgeschichte zu keinem befriedigenden Resultat geführt habe und bekanntere polnische Historiker, wie August Bielowski oder Michael Balinski, sich gar nicht erst beworben hatten. Majer bedankt sich für die Berufung der Professoren Antoni Helcel und Josephat Zielonacki: besonders die Berufung Zielonackis wirke sich vorteilhaft für die Universität aus. Den kürzlich berufenen Supplenten für politische Wissenschaften und Statistik, Wincenty Szpor, möchte Majer nicht für die Professur der Nationalökonomie empfehlen. Er schlägt stattdessen einen anderen Kandidaten vor, der auch die Zustimmung der juridischen Fakultät hat.

Schlagwörter
Transkription und Kodierung Dieses Dokument wurde von Christof Aichner und Tanja Kraler transkribiert und nach XML/TEI kodiert.
License eXist-db

Transkription

    Eure Excellenz!

    Verzeihen Eure Excellenz, daß ich, obgleich sowohl wißend von dem Unmaße der mit Ihrem hohen Amte verbundenen Geschäfte, dennoch wage, Sie wieder mit meiner Correspondenz zu belästigen. Ich rechne hierin auf Ihre gnädige Nachricht mit umso größerer Zuversicht, da ich diesen Schritt für eine Pflicht meines Amtes halte, aus dem ich vielleicht bald scheiden soll. In diesem Falle jedoch will ich dasselbe nicht ohne die Überzeugung verlassen, daß ich meinen Pflichten nach Möglichkeit mit dem besten Gewißen nachgekommen bin.
    Eurer Excellenz Wohlvollen für unsere Universität weiß ich recht wohl zu schätzen, dankbar anerkennt es das ganze Lehrercollegium an derselben. Da es aber Eure Excellenz seine schuldige Hochachtung und Dankbarkeit auf eine andere Weise an den Tag zu legen nicht vermag, so macht es Gebrauch von seinem einzigen, ihm gebührenden Rechte; daß es Ihnen ein Diplom zum Ehrenmitgliede unserer uralten Hochschule und der mit ihr verbundenen gelehrten Gesellschaft darbringt, nachdem Eure Excellenz uns seine Annahme gnädigst zugesagt haben. Die Übergabe desselben an Eure Excellenz soll mit nächstem erfolgen. Aber eben die tiefe Überzeugung von Ihrer Gewogenheit für unsere Hochschule fordert mich auf, Eure Excellenz einige Bemerkungen und Wünsche in Betreff der Berufung neuer Lehrkräfte zu eröffnen.
    Durch die ehrenvolle Entlassung des Dr. Brodowicz ist eine der wichtigsten Lehrkanzeln in der medicinischen Facultät erledigt, deren Besetzung, je nachdem die Wahl ausfällt, die Medicinbeflißenen zu einer Universität am meisten entweder anlockt oder von ihr abstößt. Wir waren der Meinung, daß, um sie würdig auszufüllen, eine gewöhnliche praktische Ausbildung nicht ausreicht, sondern, daß hierzu ein Mann erforderlich sei, der einerseits bei einer reichen Erfahrung hinlängliche Bürgschaft leistet, daß er sich keinen theoretischen Träumereien hingebe, andererseits aber uns die Überzeugung gewährt, daß er sich zur Höhe des gegenwärtigen Standpunctes der Wissenschaft aufgeschwungen habe, der überdies einen durch anerkannt werthvolle literarische Arbeiten begründeten Ruf mitbrächte und auf diese Weise ein Anziehungspunct für werdende Ärzte wäre und dadurch zum Glanz unserer Hochschule mit beitrüge. Alle diese Umstände berücksichtigte unsere medicinische Facultät und mit ihr der academische Senat, indem er Eure Excellenz um Besetzung dieser Stelle den Dr. Raciborski vorschlug. Es giebt zwar eine Anzahl von praktischen Ärzten, aber wie wenige giebt es, denen es geziemen würde, sich um die Lehrstuhl der klinischen Medicin zu bewerben! Und doch fehlt es niemals an derlei Prätendenten. In der That, möglich, daß ich falsch berichtet bin, allein es geht bei uns das Gerücht von mehreren ganz unbefähigten Bewerbern um dieses so wichtige Lehramt. Ich vertraue wie immer der hohen Einsicht Eurer Excellenz, aber ich wäre pflichtvergessen, wenn ich mir nicht erlaubte, Ihnen hierzu solche Männer anzuempfehlen, welche die meiste Hoffnung gewähren, daß sie den Forderungen, welche jetzt an einen klinischen Lehrer gestellt werden müssen, entsprechen werden. – Wenn nun aus irgendwelchem Grunde unsere Verwendung für den Dr. Raciborski auf unüberwindliche Hindernisse stoßen sollte, so wüßte ich nur noch einen Namen, dessen Erwerbung für unsere Universität gleich wünschenswerth wäre. Es ist dieses Dr. Joseph Dietl, Primärarzt am Krankenhause auf der Vorstadt Wieden zu Wien, der Verfaßer mehrerer Werke, welche die Aufmerksamkeit der Ärzte auf ihn hingelenkt haben. Jedoch sind zwei Umstände, welche mich in dieser Wahl schwankend machen: erstens, ob Herr Dr. Dietl, wie man mich übrigens versicherte, geneigt wäre, seine gegenwärtige Stellung gegen den ihm zudachten Lehrstuhl zu vertauschen? Und zweitens, ob er der polnischen Sprache noch so mächtig ist, daß er nicht nur sich mit den Kranken besprechen, sondern auch seinen Gegenstand klar vorzutragen im Stande wäre. – Wenn aber auch dieserseits Hindernisse sich erhöben, wenn wir schon in dem Falle wären, unter Ärzten wählen zu müssen, die in der gelehrten Welt entweder ganz oder fast ganz unbekannt sind, dann würde ich meine Stimme dem Dr. Bobrzynski zuwenden, ehedem Assistenten der medicinischen Klinik an der hiesigen Universität und nun ordinirendem Arzte am hiesigen Krankenhause ad S. Lazarum, einem wissenschaftlich gebildeten und anspruchlosen Manne, welcher wenigstens mit der Zeit sich einen Ruf erwerben könnte, dessen wir aber schon jezt sehr bedürftig sind.
    Was die DDr. Szokalski und Remak anbetrifft, welche wir Eurer Excellenz respective zur Lehrkanzel der Augenheilkunde und der pathologischen Anatomie (mit Einschluß der allgemeinen Pathologie) vorzuschlagen die Ehre hatten, so baten wir außer um ihre Ernennung, vor allem um die Dotirung dieser Lehrfächer. Wir haben uns bereits bemüht, Eurer Excellenz die unumgängliche Nothwendigkeit dieser Maßregel darzulegen, und wir zweifeln nicht im mindesten, daß uns in dieser Hinsicht urtheilsfähige Männer vollkommen beistimmen werden. Hinsichtlich der vorgeschlagenen Personen bleibt mir nichts übrig, als meine inständigste Bitte um ihre endliche Ernennung zu erneuern. Wenn sich aber die Nachricht bestätigen sollte, daß Dr. Remak, derzeit Privatdocent in Berlin, als Professor nach Heidelberg berufen worden, dann gestehe ich mit Schmerz, daß ich in diesem Augenblicke nicht wüßte, wen ich an seiner statt vorschlagen sollte, und daß in diesem Falle entweder ein Concurs zu eröffnen wäre, (obgleich ich dieses Auskunftmittel nur für die äußerste Noth aufgespart wissen möchte) oder aber, wenn befähigte Candidaten vorhanden wären, so wäre wenigstens die baldige Ernennung eines Privatdocenten für dieses Lehrfach sehr zu wünschen.
    Überdies bat Eure Excellenz die medicinische Facultät um die Gründung besonderer Lehrstühle für die Chemie und für die Zoologie. Erstere lastet auf dem Professor der Pharmacie, die andere muß bis jezt der Professor der Mineralogie vortragen. Beide, so wie die Mineralogie und die Botanik, hoffen wir bei der definitiven Organisation unserer Universität in die philosophische Facultät versetzt zu sehen. Ich begreife es, daß die Bereicherung unserer Universität mit neuen, bei dem gegenwärtigen Zustande der Wissenschaften höchst nöthigen Lehrstühlen, auf einmal nicht erfolgen kann. Wenn also die Begründung der Lehrkanzel der Zoologie unverhoffte Schwierigkeiten bis zum zweiten Semester aufschieben sollten, so muß ich andererseits aufrichtig gestehen, daß ich die Errichtung eines eigenen Lehrstuhles der Chemie für eine Angelegenheit halte, die keinen Aufschub duldet. Eben dieses dringenden Bedürfnißes wegen, erlaubt mir mein Gewißen nicht mehr, für die von der Facultät vorgeschlagenen Candidaten zu sprechen. Denn bloß der Briefwechsel mit Prof. Domejko [Domeyko] zu Coquimbo in Chile würde wenigstens ein halbes Jahr dauern, und Dr. Laskowski soll, wie ich höre, in Moskau ein Amt bekleiden. Ich glaube demnach ohne Furcht die gerechten Erwartungen Eurer Excellenz und der Universität zu täuschen, anstatt beider obgenannten Gelehrten, den Herrn Severin Zdzitowiecki in Warschau empfehlen zu dürfen. Es ist ein Mann, der sich schon durch mehrere gelehrte Arbeiten gerechte Anerkennung erworben, unter anderem vor wenigen Monaten ein Werk unter dem Titel: „Wyktad Chemie o Metalloidach i ich zwigzkach“1herausgegeben hat, und seit vielen Jahren die Chemie im Warschauer Realgymnasium mit dem besten Erfolge lehrt. – Wenn ein Lehrstuhl der Zoologie wenigstens später dotirt werden sollte, so möchte ich mich zur Bekräftigung des Vorschlages der medicinischen Facultät hinsichtlich des Dr. Belcke [Belke] auf ein höchst ehrenvolles Zeugnis berufen, welches ihm unser berühmte Ornitholog Graf Tyzenhauz gegeben hat.
    Unter den der philosophischen Facultät beigezählten Lehrfächern ist uns am meisten an dem Lehrstuhl der allgemeinen und polnischen Literatur gelegen. Der bisherige Supplent für diesen Lehrgegenstand, Dr. Karl Mecherzynski, ist zwar ein Mann von unbezweifelter Gelehrsamkeit, seine Schreibart ist sehr blühend; aber es fehlt ihm an Beredsamkeit und unglücklicherweise haben seine bis jezt von ihm veröffentlichten Schriften keinen solchen allgemeinen Anklang gefunden, daß seine Ernennung zum Professor der Literatur unserer Universität einen Glanz verleihen und die academische Jugend zu seinen Vorträgen hinziehen könnte. Ein solcher heller Stern an unserer Hochschule wäre J[ózef] I[gnacy] Kraszewski. Ich weiß zwar nicht, ob er geneigt wäre, das Lehramt bei uns anzutreten. Indes wage ich dennoch Eure Excellenz inständigst, um seine Erwerbung für uns zu bitten. Wäre dies aber unmöglich, so dürfte nicht leicht jemand dem Dr. Mecherzynski den Vorrang streitig machen. Er ist zwar kein Dichter, sein Vortrag ist nicht hinreißend, aber wenigstens ist er ein gründlicher Kenner seines Faches.
    In Betreff des Lehrstuhles der Universalgeschichte hat die Eröffnung eines Concurses, wie gewöhnlich so auch in diesem Falle, zu keinem glänzenden Resultate geführt; denn wahrlich, es müssen sehr mittelmäßige Talente sein, von denen man erst durch Bittschriften und Eingaben etwas erfährt. Übrigens wird der in dieser Hinsicht Eurer Excellenz seitens der philosophischen Facultät vorzulegende Bericht, mit dessen Inhalt ich, insofern er bis jetzt zu meiner Kenntnis gekommen, einverstanden bin, den Sachverhalt näher beleuchten. Zakrzewski, Moraczewski, Malinowski, Balinski, Bielowski u. a. in der Literatur bekanntere Historiker befinden sich nicht unter den Bewerbern um diesen Lehrstuhl. Indem ich nun auf die juridische Facultät zu sprechen komme, muß ich vor allem Eurer Excellenz den innigsten Dank für die Ernennung der DDr. Helcel und Zielonacki aussprechen. Den erstern hatte ich die Ehre Eurer Excellenz in der Denkschrift des academischen Senates und in einem Privatschreiben zu empfehlen, wegen des anderen äußerte ich meinen Wunsch dem Commissarius Eurer Excellenz Herrn Staatsprocurator Dr. Reiner. Ich weiß zwar nicht, ob diese meine Erwähnung den Anstoß zur Berufung des Dr. Zielonacki an unsere Hochschule gab; immerhin halte ich seine Erwerbung für dieselbe für höchst vortheilhaft und zolle dafür Eurer Excellenz nochmals meinen herzlichsten Dank. An diese Danksagung aber knüpfe ich eine inständige Bitte um die baldmöglichste Ernennung des Dr. Rzesinski, in welchem, so wie in den beiden oberwähnten Professoren, ich einen Mann von ausgezeichneter Bildung und wahrem Lehrerberuf erblicke. Übrigens erlaube ich mir, mich in dieser Hinsicht auf das zu berufen, was beinahe vor einem Jahre der academische Senat Eurer Excellenz vorgestellt hat. Mittlerweile hatte Dr. Rzesinskidie Ehre, sich Eurer Excellenz persönlich vorzustellen.
    Die Berufung der DDr. Szpor und Cukrowicz als Supplenten der Professoren war keineswegs eine Anerkennung ihrer Lehrfähigkeit, sondern bloß ihnen dargebotene Gelegenheit, ihre Fähigkeiten an den Tag zu legen, vor allem aber erfolgte sie deshalb, weil der academische Senat erst eine Woche vor dem gesetzmäßigen Termin zum Beginne der Vorlesungen ermächtigt wurde, die vacanten Lehrstühle zu besetzen. Dr. Szpor ist zwar ein erfahrener practischer Jurist, er könnte daher für practische Gegenstände der Rechtswissenschaft genügen. Aber bei aller Achtung und Freundschaft, die ich für ihn hege, erlaubt mir nicht meine größere Anhänglichkeit an die Universität, der ich angehöre und derzeit noch vorstehe, Eurer Excellenz ihn zum Professor der Nationalökonomie anzuempfehlen. Dürfte ich aber hierin meine Willensmeinung äußern, so würde ich inständigst darum bitten, daß nach Ernennung des Dr. Rzesinski zum Professor ordinarius, die Juristenfacultät aufgefordert werden möchte, geeignete Candidaten für noch zu besetzende Lehrstühle vorzuschlagen, denn ich hoffe, daß ein Lehrercollegium, welches Gelehrte von solchem Rufe wie Helcel, Zielonacki, Rzesinski zu seinen Mitgliedern zählt, dem Vertrauen eines hohen Ministeriums würdig entsprechen wird.
    Dies sind für den Augenblick meine innigen Wünsche und ehrfurchtvollen Bitten. Aus ihrem Inhalte ersehen Eure Excellenz, daß mir hierzu mein Pflichtgefühl und wahre Liebe zu jener Hochschule veranlaßten, an welcher ich theils lernend, theils lehrend die bessere Hälfte meines Lebens zubrachte, die Liebe zu jener Stadt, deren Wohl in nicht geringem Maße von dem Glanze der Universität abhängt, welche sie in ihren Mauern birgt; endlich die Liebe zu jener Provinz, welche, wie ehedem das ganze Königreich, auf diesen uralten Musensitz mit heiliger Ehrfurcht blickt und in ihm jenes theure Kleinod sehen möchte, als welches seine weisen und hochherzigen Gründer denselben ansahen und vom ganzen Lande geschätzt wissen wollten. Diese wahre Anhänglichkeit an die Universität bewegt mich noch zu einer Erwähnung in Betreff der juridischen Facultät: wenn es nämlich für das Lehrfach der Nationalökonomie Dr. August Cieszkowski in Wierzenica bei Posen, der geschätzte Verfaßer der „Prolegomena zur Historiosophie; – Gott und Palingenesie; – Du credit et de la circulation“; 2gewonnen werden könnte, so glaube ich mit bestem Gewißen, daß die Berufung desselben, welche die ganze Universität mit Freuden vernehmen würde, auch ohne Einvernehmen mit der Juristenfacultät erfolgen könnte.
    Zwar gelangen die Bedürfnisse unserer Hochschule durch officielle Denkschriften zu Eurer Excellenz Kenntnis. Aber leicht ersehen Eure Excellenz aus dem Inhalte dieses Schreibens, daß solche Details, welche ich hier mit aller Offenheit darzulegen wagte, unmöglich auf amtlichem Wege sich mittheilen ließen. Wenn ich also hinsichtlich anderer Wünsche, insbesondere aber wegen der Gründung einer eigenen Lehrkanzel für die Geschichte und Alterthumskunde der Slaven, mich darauf beschränken muß, meine ehrfurchtvolle Bitte um gnädige Berücksichtigung unserer bisherigen Vorstellungen zu erneuern, so trieb mich zu den obigen Eröffnungen mein reges Pflichtgefühl an.
    Möge diese Überzeugung bei Eurer Excellenz die Dreistigkeit entschuldigen, mit der ich diesen Weg einzuschlagen wagte. Ich würde mich glücklich schätzen, wenn Eure Excellenz als einzigen Beweggrund zu diesem Schritte meine Stellung zur Universität anzusehen sich bewogen fühlten.
    Genehmigen Eure Excellenz die Versicherung meiner wahren Ehrerbietung und tiefsten Ehrfurcht, mit der ich verbleibe

    Euree Excellenz

    ergebenster
    J. Majer
    R. d. Jag. Univ.

    Krakau, am 12. August 1850