Friedrich Maassen an Leo Thun
Graz, 30. Oktober 1860
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Ministerium für Kultus und Unterricht Entlassung Thuns

Eure Excellenz!

Eure Excellenz haben denen, welchen die Ehre zu Theil geworden ist, unter Hochdero Fahnen zu dienen, stets die Gunst gewährt, das Verhältnis zu ihrem theuren Führer zugleich als ein persönliches aufzufassen, gegründet auf das Verständnis der Ideen und der Ziele Eurer Excellenz. Dieser Gedanke giebt mir den Muth zu meinem gegenwärtigen ehrfurchtsvollsten Schreiben.
Eure Excellenz haben seit dem Tage, wo ich meine erste Bitte Hochihnen vortragen durfte, bis zu dem Moment, wo Hochdieselben von der obersten Leitung des Unterrichts zurückgetreten sind, so zahlreiche und so große Beweise von Hochdero huldvollen Gesinnungen mir gegeben, daß ich mich auf das Tiefste beschämt fühle, wenn ich bedenke, wie wenig ich gethan habe, um diese Auszeichnung zu verdienen.
Fügen Eure Excellenz zu der alten noch die neue Huld, die Versicherung zu genehmigen, daß bis zu meinem letzten Hauche die Dankbarkeit in meinem Herzen nicht erlöschen wird und daß es für mich niemals ein größeres Ziel geben kann, als die Anerkennung Eurer Excellenz in meinem fernern Wirken zu verdienen.
In den Gefühlen dankbarster Ehrerbietung und unbegränzter Hochachtung verharre ich als

Eurer Excellenz
gehorsamster Diener
Fr. Maaßen

Gratz, 30. October 1860