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Dokument Wilhelm Lohmar an Leo Thun
Trier, 3. September 1851
Signatur Staatliches Gebietsarchiv Leitmeritz, Zweigstelle Tetschen-Bodenbach
Familienarchiv Thun-Hohenstein, Linie Tetschen, Nachlass Leo Thun
A3 XXI D121
Regest

Der Gymnasiallehrer Wilhelm Lohmar möchte eine Gedichtesammlung herausgeben, die Gedichte vereint, welche die Geschichte des Hauses Habsburg zum Inhalt haben. Die Sammlung soll auch Bildnisse bedeutender Habsburger, geeignete Geschichten über das Herrscherhaus in Prosa sowie Lieder enthalten. Deshalb bittet Lohmar Leo Thun um Unterstützung bei seinem Vorhaben, da ihm für die Forschungen zum Auffinden der Volkslieder, insbesondere außerhalb Österreichs, die nötigen Mittel fehlen.

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Transkription

    Euer Exzellenz

    ist nicht unbekannt, daß vor einiger Zeit eine Sammlung unter dem Titel „Ehrenspiegel des Hauses Hohenzollern“ erschienen ist, worin alle Gedichte zusammengestellt sind, welche sich auf Thaten preußischer Fürsten beziehen. Auch das Haus Habsburg hat eine große Vergangenheit und eine glänzende Gegenwart. Der gehorsamst Unterzeichnete hat schon seit einiger Zeit den Entschluß gefaßt, unter dem Titel „Die Habsburger in Sang und Sage“ eine ähnliche Sammlung herauszugeben. Stahlstiche mit den Bildnissen der Fürsten sollen derselben beigegeben werden. Von Gedichten, die dahin einschlagen, sind aus alter und neuer Zeit schon viele von ihm gesammelt. Was sich sonst noch aus der Geschichte des kaiserlichen Hauses für poetische Behandlung eignet, wird von ihm und einigen Freunden das Gewand der Dichtkunst erhalten. Da das Andenken an das erlauchte Haus Habsburg auch außerhalb Oestreich in vielen Herzen fortlebt, so wäre es von großem Interesse nachzuforschen, ob es nicht auch in Volkliedern noch gefeiert werde. Solche Lieder würden nach meiner Ansicht ein Schmuck der Sammlung sein. Aber zur Anstellung solcher Forschungen fehlen dem gehorsamst Unterzeichneten Muße und Mittel. Er erlaubt sich daher bei Eurer Exzellenz die ehrfurchtsvolle Bitte, daß Hochdieselbe sich darüber aussprechen möge, ob die kaiserliche Regierung vielleicht geneigt wäre, ihm bei seinem Unternehmen in irgend einer Weise zu unterstützen.
    In tiefster Ehrfurcht verharrt derselbe als

    Euer Exzellenz
    gehorsamster
    Lohmar
    Gymnasiallehrer

    Trier, den 3. September 1851