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Dokument Rudolf Kink an Leo Thun
Wien, 23. August 1853
Signatur Staatliches Gebietsarchiv Leitmeritz, Zweigstelle Tetschen-Bodenbach
Familienarchiv Thun-Hohenstein, Linie Tetschen, Nachlass Leo Thun
A3 XXI D227
Regest

Ministerialkonzipist Rudolf Kink berichtet Leo Thun über den Stand seiner Forschungen zur Geschichte der Wiener Universität. Kink hofft, die zweite Abteilung des vierten Bandes in zwei Wochen abgeschlossen zu haben. Darin wird er in gebotener Kürze die verschiedenen Reformversuche von der Josephinischen Ära bis zum Jahr 1848 darstellen. Er glaubt, dass er so Thuns Auftrag am besten gerecht werde. Außerdem berichtet Kink, dass der Druck der übrigen Bände inzwischen weit fortgeschritten sei.

Beilagen, Anmerkungen

Unter dieser Signatur befinden sich weitere vier Briefe Kinks, die dieselbe Angelegenheit betreffen:
Rudolf Kink an Leo Thun. Wien, 20. September 1853.
Rudolf Kink an Leo Thun. Wien, 26. September 1853.
Rudolf Kink an Leo Thun. Wien, 27. September 1853.
Rudolf Kink an Leo Thun. Wien, 6. Oktober 1853.

Schlagwörter
Transkription und Kodierung Dieses Dokument wurde von Christof Aichner und Tanja Kraler transkribiert und nach XML/TEI kodiert.
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Transkription

    Zur Geschichte der Wiener Universität

    Die beiliegenden zwei Hefte1 ergänzen die I. Abtheilung des IV. Buches. Die nächstfolgende II. (Schluß)Abtheilung hoffe ich in 14 Tagen beendiget zu haben, weil ich glaube, hierin sehr kurz sein zu können und zu müssen.
    Denn einerseits sind die nachgefolgten Systeme bis 1848 nur Spielarten des Josefinischen Studiensystems, bemüht unter Festhaltung des obersten Principes den inhärirenden Mängeln desselben zu entkommen, aber doch ihnen immer wieder verfallend, weil die Entschlossenheit, den Grundfehler abzulegen, mangelte.
    Andererseits ist das Wirken einer nächstvergangenen Generation immer ein mißlicher, in der Regel mit Recht zurückgewiesener Stoff für eine ernste Geschichtsschreibung. Ich werde daher nur die Hauptgrundzüge der verschiedenen Experimente im höhern Studienwesen berühren und daran eine kurze Übersicht der Reformversuche vor 1848 reihen, welche freilich an die Fabel vom Strauß erinnern, der so oft ankündete, daß er nun fliegen werde, dabei aber doch sachte auf dem Erdboden verblieben ist.
    Ich glaube dadurch, der von Euer Excellenz mir gestellten Aufgabe am besten zu entsprechen.
    Was den Fortgang der Drucklegung betrifft, so ist dieselbe so weit vorgeschritten, daß binnen drei Wochen das I., II. und III. Buch, das ist das gesammte Manuskript ausschließlich desjenigen, welches in Euer Excellenz Händen sich befindet, gedruckt sein wird; indem Gerold die Vertragsbedingungen überbietet und statt 3, 4-5 Bogen wöchentlich fertig bringt. Bis jetzt liegen 24 Druckbogen (14 Bogen Text und Anmerkungen, 10 Bogen Beilagen) bereit.

    Kink

    Am 23. August 1853