Karl Inzaghi an Leo Thun
Graz, 11. Dezember 1851
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Taubstummeninstitut

Hochgebohrner Graf!

Ich schmeichle mir, daß Euere Exzellenz es einem alten Bekannten, der seit den letzten Tagen des Jahres 1848 sein Vaterland Steyermark zu seinem bleibenden Aufenthalte gewählt hat und sich bei einigen Excursionen, die er seitdem nach Wien gemacht hat, nicht erlaubte, Euerer Exzellenz durch seinen Besuch Ihre kostbare Zeit zu rauben, nicht verargen werden, wenn er pro bono publico Sie mit einer Bitte belästiget.
Es handelt sich um die definitive Gründung des hiesigen Taubstummeninstitutes, welches durch den gegenwärtigen ausgezeichneten Direktor vortrefflich geführt wird.
Diese Angelegenheit, in welcher der Staatsschatz gar nicht in Anspruch genommen wird, dürfte ehestens vom Minister des Innern an Euere Excellenz zur gefälligen Rücksprache geleitet werden.
Seine Majestät haben das diesfällige Majestätsgesuch des erwähnten Institutsdirektors signirt. Ich bitte Euere Exzellenz um Ihre gütige Mitwirkung, damit dieser sehr wohlthätigen Anstalt die dauernde Existenz gesichert werde, und zweifle nicht, daß Sie bei einem Besuche der hierländigen Unterrichtsanstalten mit diesem Institute zufrieden seyn werden.
Mit wahrem Vergnügen benütze ich diese Gelegenheit, um Ihnen meine ausgezeichneteste Hochachtung und Hochschätzung ausdrücken zu können, mit welcher ich zu verharren die Ehre habe

Euerer Exzellenz

gehorsamster Diener
Graf Inzaghi

Gratz, am 11. Dezember 1851