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Dokument Josef Herget an Leo Thun
Eger, 9. Dezember 1851
Signatur Staatliches Gebietsarchiv Leitmeritz, Zweigstelle Tetschen-Bodenbach
Familienarchiv Thun-Hohenstein, Linie Tetschen, Nachlass Leo Thun
A3 XXI D135
Regest

Der Bezirkshauptmann von Eger, Josef Herget, wendet sich mit der Bitte an Leo Thun, er möge sein an das Ministerium des Innern gerichtetes Gesuch, um Gewährung einer Teuerungszulage für die Beamten in Eger unterstützen. Er bittet Thun um eine persönliche Intervention beim Minister des Innern in dieser Angelegenheit. Das bisherige Wohlwollen Thuns hat den Bezirkshauptmann veranlasst, sich in dieser Sache an ihn zu wenden. Gleichzeitig nützt Herget die Gelegenheit, um dem Unterrichtsminister für die Unterstützung seiner bisherigen Anträge in Kultus- und Unterrichtssachen zu danken.

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Transkription

    Hochgeborner Graf,
    Eure Excellenz.

    Mehrfache Beweise eines beglückenden Wohlwollens, die mir von Eurer Excellenz schon früher sowohl in meinen Studienjahren als auch während meiner Dienstleistung im ehemaligen Leitmeritzer Kreise zu Theil wurden, geben mir den Muth, mich auch in Ihrer jetzigen hohen Stellung mit der ehrfurchtsvollen Bitte an Eure Excellenz zu wenden, einer an sich zwar unbedeutenden, für mich und meine Mitbeamten aber wichtigen Angelegenheit Ihre mächtige Fürsprache nicht versagen zu wollen.
    Die sämmtlichen Beamten der Egerer Bezirkshauptmannschaft, der ich vorzustehen die Ehre habe, sind – gedrängt durch die ganz außergewöhnliche Theuerung in Eger – bei dem hohen Ministerium des Innern um eine Theuerungszulage eingeschritten.
    Das Einschreiten ist thatsächlich begründet und dürfte bei aufmerksamer Würdigung der wahrheitsgetreu dargestellten Verhältnisse einer günstigen Erledigung gewiß sein.
    Meine unterthänige Bitte geht nun dahin, Eure Excellenz mögen sich gnädig geneigt finden dem Herrn Minister des Innern, dem ich leider nicht persönlich bekannt bin, diese Angelegenheit persönlich zu empfehlen.
    Ich fühle es, daß ich durch diese Bitte in den Augen Eurer Excellenz unbescheiden erscheinen dürfte; aber ich weiß, daß gerade in ähnlichen Fällen ein Wort aus dem Munde eines so hoch gestellten, einflußreichen Mannes weit mehr zu bewirken vermag als der längste und schönste Bericht, und ich kenne außer Eurer Excellenz niemand in der Residenz, an den ich mich mit jenem Vertrauen zu wenden vermöchte, das nur die Folge tiefgefühlter persönlicher Verehrung und der auf eigener Erfahrung gegründeten Überzeugung ist, daß Eure Excellenz Ihren Landsleuten nützlich zu sein in allen Fällen stets gern bereit waren.
    Ich benütze zugleich diesen Anlaß, um Eurer Excellenz für die Unterstützung, die meine Anträge in Cultus- und Unterrichtsangelegenheiten – namentlich in Betreff der Kirchen- und Schulregulirung des protestantischen Ascher Gebietes – bei dem hohen Ministerium bisher gefunden, meinen ehrfurchtsvollen Dank auszusprechen und bitte, den ungeheuchelten Ausdruck jener unbegrenzten Verehrung genehmigen zu wollen, mit welcher geharrt

    Eurer Excellenz

    unterthänigster Diener
    Herget
    Bezirkshauptmann

    Eger, am 9. Dezember 1851