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Dokument Eduard Dunajewski an Leo Thun
Wien, 21. November 1852
Signatur Staatliches Gebietsarchiv Leitmeritz, Zweigstelle Tetschen-Bodenbach
Familienarchiv Thun-Hohenstein, Linie Tetschen, Nachlass Leo Thun
A3 XXI D175
Regest

Der Kreiskommissär Eduard Dunajewski bürgt für den Leumund seines Bruders, welcher derzeit Supplent für politische Wissenschaften an der Universität Krakau ist und sich um eine definitive Anstellung ebendort bewirbt. Diese definitive Anstellung scheint nämlich in Gefahr zu sein, weil die Stadthauptmannschaft in Krakau seinen Bruder verdächtigt, der Revolutionspartei anzugehören. Dunajewski versichert Thun aber, dass diese Behauptung nicht wahr sei. Um die Glaubwürdigkeit seiner Aussage zu bekräftigen, führt er seinen eigenen Lebenslauf an, der beweisen soll, dass er stets loyal gegenüber der Regierung eingestellt war. Ebenso beschreibt er den Lebensweg seines Bruders. Er betont, dass sein Bruder – so wie er selbst – stets loyal gesinnt war und auch ebenso gehandelt habe. Dunajewski nennt außerdem mehrere Personen, die seine Aussagen bezeugen und die Unschuld seines Bruders beweisen könnten. Dabei nennt er etwa die ehemaligen Polizeidirektoren von Lemberg und Krakau sowie Personen im Kreisamt von Jaslo.

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    Euere Exzellenz!

    Ich erlaube mir Euerer Exzellenz in tiefster Ehrfurcht eine Bitte vorzutragen, die ich im Interesse der Wahrheit – hiemit auch in dem des Staates als Staatsbeamter und zugleich als Bruder eines nach meiner innersten Überzeugung ungerecht Verdächtigten vorzubringen genöthigt bin.
    Mein jüngerer Bruder Julian Dunajewski, Supplent der Lehrkanzel der politischen Wissenschaften an der Universität in Krakau, bewirbt sich um definitive Anstellung. Über seine Konkursprüfung sprach sich die Fakultät günstig aus, nur die Stadthauptmannschaft in Krakau will entdeckt haben, daß er zur revolutionären Partei gehöre.
    Ich kann Euere Exzellenz bei dem Eide, den ich der Regierung geleistet und mit Gottes Hilfe bis nunzu gehalten habe, hoch und theuer versichern, daß mein Bruder Julian nie zu einer solchen Partei gehörte, daß er nach seiner Gefühlsrichtung und vermöge der Anlagen seines Geistes nie einer auf Umsturz der bestehenden Regierung hinwirkenden Partei angehören kann, und bin der festen Überzeugung, daß selbst im Falle es der Wahrheit nicht gelingen sollte die durch Irrthum oder Intrigue hervorgerufene Äußerung des Krakauer Polizeidirektors zu entkräften, selbst wenn er auch ein Opfer derselben fiele, seiner Denkungsart und seiner tiefsten Überzeugung nach nie einer revolutionären Partei angehören wird.
    Wiewohl ich selbst ein politischer Beamter bin, so sehe ich doch ein, daß mein Wort durch Verwandtschaftsverhältnisse neutralisirt der Ansicht einer Behörde gegenüber nicht von Gewicht sein könne.
    Daß ich aber in polizeilicher Beziehung einigen Glauben verdiene, geruhen Euere Exzellenz aus folgenden Thatsachen gnädigst zu ersehen.
    Als im Jahre 1846 der Herr Minister der obersten Polizeihofstelle das galizische Landespräsidium aufforderte, einige vertrauenswürdige Beamte nach Krakau zur Dienstleistung bei der dortigen damals freistädtischen Polizeidirektion zu entsenden, wurde ich unter sehr wenigen anderen dazu bestimmt. Ich führte daselbst einige Thatbestandserhebungen in Hochverrathssachen durch, übernahm hierauf nach dem jetzigen Gubernialsekretär Herrn Klosson das Präsidialbureau der Krakauer Polizeidirektion. Vom gewesenen Hofkommissär für Krakau Grafen Deym zur Dienstleistung bei der Hofkommission einberufen wurde ich im Grunde einer Allerhöchsten Entschließung Seiner Majestät zum Conzipisten ernannt, und man anvertraute mir überdies die Leitung des Bücherrevisionsamtes in Krakau gegen Bezug einer jährlichen Remuneration. Als nach den Märzereignissen des Jahres 1848 der Herr Gubernialrath Freiherr Wilhelm von Krieg die Leitung der Hofkommission in Krakau übernahm, wurde ich 24 Stunden vor dem Ausbruch der Emeute in Krakau mit einer Depêche nach Breslau entsendet, welche die damals sehr gefährliche Aufgabe der Aufhaltung des Waffentransports und der Emigrés zum Gegenstande hatte. Hierauf blieb ich abermals in Krakau unter der Leitung des jetzigen Feldzeugmeisters Herrn Grafen Schlick und die meisten Proklamationen, Zeitungsartikel, die im Interesse der Regierung in den polnischen Blättern damals erschienen, sind über Auftrag des Grafen aus meiner Feder gefloßen; so zwar, daß der Herr Feldzeugmeister die Gnade hatte bei der Abschiedsaudienz mir insbesondere für die ihm geleisteten Dienste zu danken. Ich blieb hierauf bei der Gubernialkommission in Krakau. Als im Jahre 1849, zur Zeit als in Ungarn die Rebellion durch die Eroberung von Pest ihren letzten Triumph feierte, im Gebiethe von Krakau aus Anlaß der Rekrutierung ein Aufstand ausbrach, der gleich im Anfange mit dem Morde eines Gendarmen begann, war ich abermals derjenige, der nach Jaworzno entsendet, die Aufständler aufgreifen, an das Kriegsgericht einliefern, die Rekrutierung durchführen und auf diese Art die gesetzliche Ordnung herzustellen wußte.
    Der Herr Feldmarschallieutenant von Legeliles hat mir darüber in einer vom Militärcommando an die k.k. Gubernialcommission gerichteten Zuschrift das glänzendste Zeugnis ertheilt.
    Ich habe damals eine traurige Pflicht gethan, zu deren Erfüllung man in Krakau in damaliger Zeit mit meinem polnischen Nahmen Muth und Aufopferung brauchte. Die Eingelieferten wurden erschossen, zwischen mir und der Partei des Umsturzes stehen Leichen, stärkere Beweise der Loyalität kann man weder geben noch fordern.
    Nur wiederhole ich wieder mit Berufung auf meinen der Regierung geleisteten Eid, daß mein Bruder Julian seit jeher den ewigen Grundsätzen der Ordnung, worauf Staat und Kirche beruhen, treu und ergeben, jedem revolutionären Treiben durchaus abhold, seinen innersten Sympathien nach der österreichischen Regierung angehört.
    Ich verlange aber nicht, daß man mir unbedingt glaube, ich bitte nur, damit man der Krakauer Stadthauptmannschaft nicht ausschließlich glaube.
    Mein Bruder Julian ist 32 Jahre alt. Wenn ein Mensch durch 31 Jahre seines Lebens seinen politischen Grundsätzen nach konservativ war, so kann man verlangen, daß derjenige, der ihn im 32. Lebensjahr zum Revolutionär macht, die Daten angebe, die ihn zu einer so gewagten Schlußfolgerung berechtigen.
    Daß aber mein Bruder durch 31 Jahre seines Lebens loyal war, geruhen Euere Exzellenz aus nachstehender Schilderung seines Lebenslaufes zu ersehen.
    Julian Dunajewski in Stanislau in Galizien geboren, Sohn des Kreiskommissärs Simeon Dunajewski, kam 3 Jahre alt mit seinem Vater, der im Jahre 1809 eine kaiserliche Kasse nach Czernovitz rettend brachte, nach Sandez und von dort nach beendeten Gymnasialstudien im Jahre 1835 nach Lemberg an die Hochschule.
    Im Jahre 1837 nach beendeten philosophischen Studien begab er sich nach Wien, um der Polytechnik sich zu widmen.
    Angeborene Neigung ließ ihn das Studium der Rechtswissenschaften vorziehen, er hörte den 1. Jahrgang der Rechte an der hiesigen Universität, kehrte aber nach dem Tode unserer Mutter nach Galizien zurück und kam im Jahre 1839 neuerdings an die Hochschule in Lemberg. Hier beendigte er die Rechtsstudien und machte im Zwecke der Erlangung des Doctorgrades 2 strenge Prüfungen bis zum Jahre 1846. Ein alter Freund meiner Eltern, Roman Kaminski, dem das Gut Wolica wie auch Olpiny im Jasloer Kreise gehörten, ein Cousin der Frau Festenburg, Gemahlin des damaligen galizischen Präsidialsekretärs August Gérard von Festenburg, unterstützte ihn mit Geld und war Veranlaßung, daß er in diesem Hause bekannt wurde.
    Dies war der Grund, daß er im Jahre 1847 einige Monate im Hause des Herrn Festenburg in Rzeszów lebte, der in dieser Zeit zum Kreishauptmann befördert wurde.
    Damals war ich in Krakau bei der Hofkommission, meine pekuniären Verhältnisse haben sich durch den Bezug der Remuneration für die Leitung des Bücherrevisionsamtes günstiger gestaltet und machten es möglich, daß ich meinen Bruder zu mir berief, um die 2 letzten Rigorosen an der Krakauer Hochschule, wo die Taxen bedeutend geringer waren, zu bestehen. Er kam im November 1847 nach Krakau und wohnte bei mir. Bevor jedoch die Bewilligung zur Ablegung der strengen Prüfungen herablangte, kamen die Märzereignisse des Jahres 1848, die die Aufhebung der Zensur und einige Monathe später die Einstellung meiner Remuneration zur Folge hatten.
    Mein Bruder verließ demnach Krakau in den letzten Monathen des Jahres 1848 und begab sich nach Olpiny im Jasloer Kreise, wo er die Rechts- und Wirthschaftsgeschäfte der Grundherrschaft besorgte. In dieser Zeit besuchte er mich zwei Mahl in Krakau, während ich die Monathe Januar, Februar und zum Theile auch den März des Jahres 1849 in Olpiny auf Urlaub zubrachte.
    Um demnach über die loyale Gesinnungsart meines Bruders Julian sich Überzeugung zu verschaffen, muß man Erkundigungen über seine politische Haltung zur Zeit seines Aufenthalts in Lemberg, in Krakau im Jahre 1847 und 1848 und im Jasloer Kreise einziehen. Erst im Oktober 1850 kam mein Bruder als supplirender Professor der politischen Wissenschaften nach Krakau.
    Wiewohl zur Zeit als, mein Bruder an der Universität in Lemberg studirte, Verschwörungen und geheime Verbindungen an der Tagesordnung waren, hat sich derselbe nie in derartige Umtriebe eingelassen, und es wird ihm der damalige Polizeidirektor Herr Staathaltereirath Leopold Ritter von Sacher-Masoch das Zeugnis eines loyalen ruhigen und der Regierung ergebenen Benehmens nicht versagen. Dasselbe Zeugnis wird und muß ihm der gewesene Polizeidirektor von Krakau Herr Kröbl und das k.k. Kreisamt in Jaslo ertheilen. Sein Umgang in Krakau beschränkte sich auf den Stadtphysikus Dr. Mohr, dessen Haus auch von Regimentsarzt Köstler und dem jetzigen Kreisvorsteher von Rzeszów Ritter von Vukassovich besucht wurde – von Männern anerkannter Loyalität, die keinen Augenblick anstehen werden zu bestättigen, daß mein Bruder zur Zeit der größten Aufregung der Gemüther – von der Regierung nicht gezahlt – öffentlich im Gasthause des Poller in Krakau, wo auch polnische Emigrés speisten, die Sache der Ordnung gegen die Umsturzpartei mit Wärme verfocht, sodaß ihn seine Bekannten scherzweise den Advocatus natus der Regierung nannten.
    Sein Enthusiasmus für die Sache der Ordnung habe ich mir dadurch zu erklären getrachtet, daß er seit jeher mit Vorliebe dem Studium der Geschichte und der politischen Wissenschaften ergeben, der Hohlheit der Ideen gegenüber, die der Halbgelehrtheit des Liberalismus zu entwickeln pflegt, in eine Aufwallung gerieth, die den Männern des Faches eigen zu sein pflegt, wenn sie mit den Pfuschern ihres Handwerks zusammenkommen.
    Überdies haben wir aus Wien, wo wir im Jahre 1838 an der hiesigen Hochschule der Rechtswissenschaft uns widmeten, eine Pietät für das erlauchte Kaiserhaus nach Hause gebracht, die mit dem an der Universität in Lemberg damals herrschenden revolutionären Geiste sich nicht vertragen konnte. Mein damals rascheres Blut verleitete mich zu entschiedenen Äußerungen und Thaten, die mir die fürchterlichste Feindschaft dieser Partei zuzogen. Der damalige Polizeidirektor Ritter Leopold Sacher kann bezeugen, daß ich und mein Bruder Julian entschieden die Sache der Regierung ergriffen haben, und daß mein Bruder im Jahre 1846 ihm sogar die Briefe jener Leute vorwies, die ihn vor dem Ausbruch des Aufstandes aufforderten, eine Reise in den Tarnower Kreis anzutretten.
    Als ich im September des Jahres 1849 zum Kreiskommissär befördert wurde, kam ich mit dem Professor Doctor Hammer in Krakau zusammen, und dieser war der erste, der mir den Antrag machte, meinem Bruder, den er damals fähig und der Regierung ergeben kannte, aufzufordern nach Krakau zu kommen, das noch fehlende letzte Rigorosum nachzutragen und um die Lehrkanzel für politische Wissenschaften sich zu bewerben.
    Dies geschah; er wurde Doctor, Supplent und Kommissär bei den Staatsprüfungen.
    Wie es kam, mag ich nicht erörtern, Thatsache ist es, daß mein Bruder in dem ersten Jahre seiner Professur als geheimer Agent der Regierung betrachtet, bei den hohen Behörden in Betreff seines Fleißes und seiner Leistungen verschwärzt, ja sogar in der polnischen Zeitschrift „Czas“ als ein seiner Aufgabe nicht gewachsener unerfahrener Mann geschildert wurde.
    Wer die Krakauer Verhältnisse kennt, wird einsehen, es gäbe kein einfacheres Mittel in Krakau ein Genie zu werden, als nur der Partei sich anzuschließen, die sich mit der Gegenwart zu ihrem eigenen Nachtheile nicht versöhnen will, und es liegt der Schluß sehr nahe, daß derjenige, den die Krakauer Journalistik ungünstig schildert, der Regierung entschieden angehört.
    Wegen Besetzung der von meinem Bruder versehenen Lehrkanzel wurde ein Konkurs ausgeschrieben, bei welchem ein zweiter Mitbewerber Herr Weigel aus Lemberg erschien.
    Die Behörden haben sich von der Gehaltlosigkeit der gegen meinen Bruder in Betreff der Fähigkeiten und des Fleißes erhobenen Anschuldigungen bereits überzeugt und der Umstand, daß die h[ohe] Regierung den Konkurs zur Besetzung der von ihm versehenen Lehrkanzel ausgeschrieben hat, benahm den Krakauern den Wahn, als ob mein Bruder sich unlauterer Waffen zur Erreichung einer Anstellung bedient hätte.
    Inzwischen bestand mein Bruder, wie man mich versicherte, mit günstigerem Erfolge die Konkursprüfung als sein Mitbewerber, und es lag ihm daran, damit das Operat ehemöglichst vorgelegt werde.
    Man verzögerte die Vorlegung desselben durch einige Monathe – der Bruder wollte darüber schriftlich Klage führen – die Fakultät spricht sich für ihn günstig aus, inzwischen kommt ein neuer Schlag von einer Seite, von der man es nie erwartet hätte.
    Der Krakauer Polizeidirektor macht die Entdeckung, mein Bruder wäre revolutionär.
    Gewohnt auf die Gewissenhaftigkeit solcher Männer, denen die Regierung eine so wichtige Stellung anvertraute, zu halten und anderseits von der loyalen Denkungsart meines Bruders überzeugt, habe ich mehrere Briefe desselben, worin er mich aufforderte, nach Krakau zu kommen und diesen Irrthum aufzuklären, nicht geantwortet, weil ich dachte, mein Bruder wäre in Betreff der Meinung des Polizeidirektors innig unterrichtet, und weil ich überzeugt war, die Polizeibehörde könne höchstens bemerken, es wäre gegen denselben nichts Nachtheiliges vorgekommen.
    Spätere Erkundigungen gaben mir jedoch Anlaß zu glauben, daß der Polizeidirektor in Krakau wirklich in diesen für meinen Bruder höchst gefährlichen Irrthum verfiel, einen Irrthum, der ihn zu jedem Staatsdienst unbrauchbar macht und seine ganze Zukunft, die Frucht aller Mühen und Anstrengungen in Frage stellt.
    Ich kam nach Krakau, erhielt jedoch zur Antwort, der Herr Polizeidirektor wäre nicht zu sprechen.
    Ich ging zum Herrn Hofrath Ritter von Ettmayer, Chef der dortigen Gubernialcommission, der mich gnädig aufnahm und zugleich versicherte, er kenne meinem Bruder nur von einer vortheilhaften Seite, könne jedoch die Initiative bei der Äußerung über seine politische Haltung nicht ergreifen, werde jedoch gefragt, nach eingeholter Erkundigungen sich nach seiner Überzeugung äußern.
    Gubernialrath Hoppe, Gubernialsekretär Wangerman, Dr. Brodowicz, der Präsidialconzipist Strasser, mit einem Worte jeder, der meinen Bruder kennt, war durch diese Äußerung des Herrn Polizeidirektors überrascht und befremdet.
    Wie sollte denn auch mein Bruder, der in eine Verschwörung verwickelt, niemals in polizeilicher Beziehung notirt, bei dem nie eine Revision war, dem keine Behörde je einen Anstand bei Ausfolgung eines Reisepaßes machte, der früher nicht im öffentlichen Dienst, - wo sich Gelegenheit dargebothen hat, die Sache der Regierung mit Wärme verfocht, der im Jahre 1846 und in den letzten verhängnisvollen Jahren den Ideen des Umsturzes entschieden abgeneigt war, - wie sollte er jetzt im Jahre 1852 nachdem die Revolution nicht nur auf dem Schlachtfelde besiegt, aber sogar moralisch abgewirthschaftet hat, jetzt nachdem er gleich zum supplirenden Professor ernannt durch bestimmte Pflichten durch Eid und Dankbarkeit an die Sache der Regierung geknüpft war, in einer Zeit, wo er heirathen wollte, an eine Partei sich anschließen, die keine andere Anstellung als nur die der passiven Praxis bei der Polizei ober beim Strafgerichte biethet.
    Euere Exzellenz wollen mir gnädigst das starke Wort verzeihen, aber eine solche Behauptung erscheint mir ebenso unverständig als gewissenlos.
    Meine Bitte geht demnach dahin, Euere Exzellenz möchten die Gnade haben und über die politische Haltung meines Bruders, den Herrn Statthaltereirath Leopold Ritter von Sacher, Polizeidirektor in Prag, den gewesenen Polizeidirektor von Krakau Herrn Kröbl, den Chef der Krakauer Gubernialcommission Herrn Hofrath Ritter von Ettmayer und das k.k. Kreisamt in Jaslo befragen und sich die Äußerungen vorlegen lassen.
    Ich bin überzeugt, daß diese Äußerungen für meinen Bruder – im Einklange mit der Wahrheit – günstig ausfallen werden.
    Ich habe Daten geliefert und Thatsachen erzählt, ich habe mich auf Männer berufen von anerkannter Loyalität, die meinen Bruder länger und besser kennen als der jetzige Polizeidirektor von Krakau, und bin überzeugt, daß die Unschuld meines Bruders sich klar herausstellen wird, sobald Euere Exzellenz die Gnade haben werden mir diese Bitte zu gewähren.

    Wien, am 21. November 1852

    Eduard Franz Dunajewski
    k.k. Kreiskommissär beim k.k. Kreisamte in Bochnia