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Dokument František Ladislaus Čelakovšký an Leo Thun
o. O., 23. April [1851]1
Signatur Tschechisches Literaturarchiv [Literární archiv Památníku národního písemnictví]
Nachlass Čelakovšký
250/42
Regest

Der Slawist František Čelakovšký dankt Leo Thun dafür, dass er seine Kritik so freundlich aufgenommen habe. Er freut sich, dass Thun mit dem Schulbuch – trotz der angesprochenen Kritikpunkte – zufrieden sei. Čelakovšký bedankt sich außerdem für die wichtigen Hinweise zur Verbesserung des Buches. Mit diesen Vorschlägen kann er den Band nun umarbeiten, ohne sich dem Vorwurf der Einseitigkeit ausgesetzt sehen zu müssen. Čelakovšký verspricht, die Umarbeitung des Bandes nach den Vorgaben von Thun so rasch als möglich vorzunehmen. Der zweite Band des Schulbuches soll demnächst mit den vorgenommenen Änderungen aus der Druckerei kommen.

Beilagen, Anmerkungen

Eh. Konzept von František Čelakovšký.

Schlagwörter
Transkription und Kodierung Dieses Dokument wurde von Christof Aichner und Tanja Kraler transkribiert und nach XML/TEI kodiert.
License eXist-db

Transkription

    Aus der mir von Eurer Excellenz zugekommenen Zuschrift vom 5. d. M. 2habe ich zu meiner großen Beruhigung entnommen, daß Hochdieselben mich nicht nur gegen den Vorwurf als hätte ich auf die Abfassung des dritten Bandes 3 eine geringere Sorgfalt verwendet, selbst in Schutz nehmen, sondern auch die von mir vorgebrachten Gründe einer nochmaligen Erwägung und Discussion zu unterziehen geruhen. Euer Excellenz haben überdies bei der Auseinandersetzung auf eine so huldvolle und wohlmeinende Weise über den Sachverhalt mir Winke zukommen lassen, die mich zu dem wärmsten Danke verpflichten und meine Überzeugung von den edlen Absichten Euer Excellenz für unsere Nation nur noch mehr kräftigen, fällt es mir gleich noch schwerer mich von der Besorgnis frei zu machen, wie noch in der mir nun genauer angegebenen Art die Umarbeitung des 3. Bandes vorzunehmen wäre, ohne den Vorwurf einer gewissen Einseitigkeit auf sich zu laden, so ist es mir doch ungleich schwerer, dem mir vom ersten Anfang an so lieb gewordenen Auftrag nicht nachzukommen und meine Beihülfe zur Förderung der guten Sache zurück zu nehmen. Indem ich also, fern von jeder Rechthaberei, meine subjectiven Ansichten dem von einem höheren Standpunkte aus erfaßten Maaßregeln Euer Excellenz gern unterwerfe, bin ich bereit in der mir vorgezeichneten Weise die Umarbeitung des Lesebuches vorzunehmen und das Ergänzungsmateriale seiner Zeit Euer Excellenz vorzulegen, damit wo möglich zum Beginne des nächsten Schuljahres die sämmtlichen Lehrbücher zu Stande gebracht werden könnten. Der zweite Band dürfte in einigen Wochen die Presse verlassen, und ich habe die zwei in den ersten Druckbogen abzuändernden Nummern aus dem hinlänglichen Vorrathe des censirten Manuskriptes ersetzen lassen.

    Genehmigen Euer Excellenz den Ausdruck meiner tiefen Ehrfurcht entgegen zu nehmen, mit der ich mich zeichne

    Euer Excellenz

    23. April