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… drangen nicht durch. Vischers Ästhetik dominirt. Gelehrsamkeit und Genialität spreche ich diesem Hegelianer nicht ab, aber die Schädlichkeit des Pantheismus grassirt vielleicht gegenwärtig nirgends so wie gerade in diesem Werke. Wir Katholiken müssen daher fortfahren, wissenschaftliche Opposition zu machen, und zwar nicht bloß kritisch, sondern schaffend. Die Kunst des Katholicismus zeigt nach allen Seiten ihren Sieg; die katholische Kunstwissenschaft hat noch kaum den Kampf begonnen. Ich gestehe übrigens, daß ich meine Kräfte und meine Vorbildung für eine zeitgemäße Leistung dieser Art so unzulänglich fand, daß mein Vorsatz schon schwankte, aber die Munificenz und Gnade, welche sich mir überraschend zugewendet hat, übt auf mich einen moralischen Zwang; ich betrachte dieses Ereigniß zugleich als ein Zeichen der Vorsehung – es steht also meinerseits unerschütterlich fest – ich schreibe eine Ästhetik. Habe ich hiezu von Gott einen Beruf, so bekomme ich sicher wie die äußerliche, so auch die innere Hülfe.…

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… , Vischers u. a. m. (den ich für ganz unfruchtbar und an und für sich für einen falschen halte) ausgehen – solche ästhetische Betrachtungen verlangen ein Substrat, eine der Anschauung zugängliche Unterlage. Es ist gerade bei der Ästhetik und allen damit verbundenen und verwandten Zweigen der Wissenschaft die Gefahr sehr groß, daß eine Redensart für einen Gedanken gehalten wird, daß selbst begründete Prinzipien zu bloßen Phrasen herabsinken, wenn sie nicht hervorgehen aus Erkenntnis des Gegebenen und wenn sie sich nicht an Angeschautes anknüpfen. Nirgend influenziert auch die Mode, die momentan herrschende Kunstrichtung, so sehr auf die Wissenschaft und präokkupiert die Geister, besonders jugendliche, in so hohem Grade, als in den Fächern, die in meinen Händen liegen. Unter zehn Zuhörern kommen zum wenigsten acht mit vorgefaßten Meinungen in das Collegium, die über antike und mittelalterliche Kunst, über …

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