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Schöppner Alexander

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… Als die Räthe der Krone ihre volksbeglückenden Ideen der Schulangelegenheit zuwandten, um durch Verbesserung der Schule den Wohlstand und die geistige Aufklärung des Volkes zu heben, mußten sie da nicht die Fragen stellen: Werden wir wohl Schulen, die unserer freien Disposition unterworfen sind, haben, um darin den Plan auszuführen? Werden wir Lehrer, Bücher und Hülfsmittel zur Erhaltung der Lehrer und Herbeischaffung der Mittel nöthige Quellen haben? Sind die aus dem plötzlichen Aufgeben des alten Systemes folgenden üblen Folgen nicht etwa in Betracht zu ziehen? Es ist zwar schon auf der ersten Seite die Garantie ausgesprochen, „daß der Schulplan mit Benützung der von allen Gymnasien und höheren Lehranstalten eingegangenen Urtheile und Vorschläge ausgearbeitet worden“, doch steht es uns frei zu bezweifeln, daß unsere vaterländischen Gymnasien ebenfalls vorläufig befragt wurden – und sind selbe auch um Rath gefragt worden, als die Reorganisation in Folge allhöchsten Befehls bereits an der Schwelle stand, so sind ihre Rathschläge gewiß zu spät gekommen, wie die vielseitig eingetretenen Verwicklungen beweisen. Es sind demnach unsere Gymnasien trotz des angestrengten Eifers unserer Lehrer im Zustande des „Gehen lassen“. Die allgemein gefaßten Worte Schöppners verdienen Berücksichtigung: „Ich kann nicht umhin solche Lehrpläne, welche nicht sowohl aus einer gewißen freien, natürlichen Entwicklung der Schule selbst hervorgehen, als von der obersten Schulbehörde auf einmal für ganze Länder und Provinzen entworfen und gleichsam oktroyrt werden, mit einem gewißen Mißtrauen zu betrachten.“ Kein Wunder, daß unsere Professoren anfangs gegen diesen Plan eine gewiße Kälte fühlten und bezeugten, die später, als sie mit dem Entwurfe näher bekannt wurden, wachsen mußte, denn kann es wohl für den eifrigen Schulmann etwas Niederschlagenderes geben, als wenn die vaterländischen Schulen nach einem Plane organisirt werden, worin vom geliebten …

… , man möge den geistlichen Lehrern verhältnismäßig um 200 fl weniger Besoldung geben, bringt er die Antwort Schöppners vor: „Dergleichen Maßregeln, wo sie immer beliebt werden, gereichen der Staatskasse zum Vortheile, nicht der Schule. Einmal kommt der Staat in Versuchung, die geistlichen Lehramtskandidaten als die wohlfeileren zu bevorzugen, was für diese selbst keine Ehre und für die Weltlichen ein Verdruß ist; sodann werden auch die geistlichen Lehrer versucht ihre Schulstellen baldmöglichst mit anderweitigen besseren Ämtern zu tauschen, wodurch natürlich mancher gute Lehrer der Schule frühzeitig entzogen wird. Endlich liegt in jener Maßregel eine offenbare Ungerechtigkeit, ja Ungereimtheit von Seite des Staates, dieweil sich solcher Entzug von 200 Gulden nicht anders als eine Geldstrafe für den Cölibat ausnimmt.“…

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