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… Fand schon damals das, was ich seit Krauses Tod durch Fortbildung seiner Schule und durch größere Vollendung seiner wissenschaftlichen Methode geleistet, die Anerkennung, daß meinem darauf gegründeten Anspruch nicht als Anfänger behandelt zu werden, Rechnung getragen wurde, so ist es jetzt, nachdem meine Befähigung zum frei entwickelnden Vortrag sich längst erprobt hat, wohl ein ganz natürlicher Wunsch, daß mein biederes Benehmen, infolgedessen ich für den Anfang auf Gehalt verzichtete, mir nicht zu bleibendem Nachtheile gereiche und meine Hoffnung ist wohl nicht unbescheiden, daß auch Euer Excellenz, Die mir wiederholte Beweise des Vertrauens gegeben haben, meinem eigenen Dafürhalten, unter welchen Bedingungen ich am erfolgreichsten werde wirken können, jetzt eine gleiche Berücksichtigung angedeihen zu lassen geruhen werden.…

… Wenn ich gleich keine Dienstjahre im gewöhnlichen Sinn aufzuweisen habe, so sind doch die seit Beendigung meines Universitätsstudiums verflossenen zwanzig Jahre ebenso viele im ununterbrochenen und uneigennützigen Dienste der Wissenschaft zugebrachte Jahre. Was ich an Zeit, Kraft, Geld und ich darf sagen an Carriere bei meiner privaten Wirksamkeit zu Fortbildung der Krausischen Schule der Wissenschaft geopfert habe, das kommt jetzt auch dem …

… Was endlich meine literarischen Veröffentlichungen betrifft, die – meist zerstreut in fünf von mir herausgegebenen starken Bänden des Krausischen Nachlasses, denen sie zur Einleitung zur Erläuterung und Ergänzung dienen – sich dem Blick entziehen, während mir dadurch eine Stelle in der Geschichte der Philosophie gesichert ist, so würden sie, zusammengedruckt, einen Großoktavband von zwanzig Bogen füllen, durch welchen die Wissenschaft grade in den für das Leben wichtigsten Begriffen wesentlich gefördert ist. Ein weit größerer Theil meiner eignen wissenschaftlichen Ausarbeitungen war nicht für unmittelbare Veröffentlichung, sondern für den engen Kreis der Schule bestimmt, ist aber nichtsdestoweniger auch für das Publikum fruchtbar geworden, weil diese nur handschriftlichen Hefte meinen Schülern das tiefere Verständnis der …

… Nachlasses, denen sie zur Einleitung zur Erläuterung und Ergänzung dienen – sich dem Blick entziehen, während mir dadurch eine Stelle in der Geschichte der Philosophie gesichert ist, so würden sie, zusammengedruckt, einen Großoktavband von zwanzig Bogen füllen, durch welchen die Wissenschaft grade in den für das Leben wichtigsten Begriffen wesentlich gefördert ist. Ein weit größerer Theil meiner eignen wissenschaftlichen Ausarbeitungen war nicht für unmittelbare Veröffentlichung, sondern für den engen Kreis der Schule bestimmt, ist aber nichtsdestoweniger auch für das Publikum fruchtbar geworden, weil diese nur handschriftlichen Hefte meinen Schülern das tiefere Verständnis der Krausischen Philosophie vermittelten und ihnen bei Abfassung ihrer in verschiedenen Sprachen über die ganze gebildete Welt verbreiteten Werke die wesentlichste Hülfe leisteten.…

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… kann nicht beurtheilt werden, ohne daß zugleich ein Blick geworfen wird auf das System Krause’s, dem …

… bei den Griechen. In diese philosophische Bewegung der Geister fällt Krause, vor und neben ihm wirkten in erster Linie …

… . Krause’s Wirksamkeit fällt in die ersten Jahrzehnte dieses Jahrhundertes. Geboren zu …

… erhoben werden, auch gegen Krause und …

… reichlichen Gebrauch zu machen nicht ansteht. Und mir scheint, nach reiflicher Überlegung aller Umstände, daß jedem der bestehenden philosophischen Systeme in viel höherem Grade der Vorwurf des Rationalismus oder Pantheismus gemacht werden kann, als dem Krause’s – außer man nimmt Rationalismus und Pantheismus in einem Sinn, daß jede Philosophie als Laienwissenschaft darunter verstanden werden kann. Zu demselben Resultate kommt man, wenn man die moderne Philosophie von dem Standpunkte irgend einer Dogmatik (sei es nun katholisch oder lutherisch) misst, dann wird sie mit leichter Mühe als Pantheismus oder als Rationalismus verurtheilt werden.…

… Um nun zu Krause zurückzukehren, so muß bemerkt werden, daß das Leben dieses Denkers ein stilles, bescheidenes, in sich gekehrtes war. Er entging glücklicher Weise den Augen einer die Philosophie zu ihren Staatszwecken ausbeutenden Staatsgewalt im Norden …

… als Staatsphilosophie proklamiert, deswegen auch nicht als Staatsphilosophie verdammt. Dazu kam, daß Krause in seinen Schriften eine schwerfällige Sprache schreibt, daß seine Terminologie nicht viel einfacher und verständlicher ist, als die berühmten oder vielmehr ihrer Unverständlichkeit wegen berüchtigten Terminologien …

… haben sie in weiteren Kreisen bekannt gemacht. Insbesondere sind es die beiden letztgenannten, welche durch ihre Gabe einer verständlichen und glänzenden Sprache dem System Krauses Anerkennung verschafft haben, …

Krause’s System steht dem Hegel'schen insofern direkt gegenüber, daß bei ihm das pantheistische Prinzip verschwindet und der bloß negative Begriff der Persönlichkeit aufgegeben wird. Sein Standpunkt ist kein pantheistischer, sondern ein theoretischer, sein Prinzip (und selbstverständlich das seiner Schüler) „sei gottinnig und ahme Gott im Leben nach“. Sollten Euer Excellenz wünschen, diese Hauptpunkte in Krause’s Lehre, durch wörtliches Citat aus seinen Werken nachzuweisen, so stehe ich bereit dazu. Sie finden sich ausführlich in den „Grundwahrheiten der Wissenschaft“ p. 533–542; Urbild der Menschheit p. 330 u. a. Werken mehr.…

… geht Krause von dem bloß formalen Standpunkte, auf dem …

… Nach Krause ist es die göttliche Schöpferthat, wodurch Gott mit Freiheit und bewusstem Willen jedem endlich selbstbewussten Wesen das ihm Gute, seine ewige endliche Bestimmung, ihm einlebt, und auch in den von Außen ihm stammenden Lebensbedingungen das Sein ihm einverleibt. Jenes innerlich Gute jedes Wesens, die ewige Bedeutung, die jedem Einzelwesen im Organismus der göttlichen Weltordnung zukommt, ist sein inneres, die Gesammtheit dieser äußerlichen Bedingung, sein äußeres Recht, Gott der Urgrund, wie der reale Hervorbringer der beiden in der unendlichen Zeit. Gott ist die ewige (Welt-)Gerechtigkeit.…

… hat nicht Unrecht, wenn er die durch Krause angebahnte Richtung der Reichsidee, die „tiefste Auffassung“ nennt, welche von Recht überhaupt gewonnen geworden ist. Auch darin hat …

… Recht, daß Krause’s System, keine Schule in dem Sinn gebildet hat, wie …

Krause ist bei einer bloß theoretischen Auffassung einzelner Theile der Philosophie nicht stehen geblieben. Ihm war die Philosophie nicht bloß eine Aufgabe für das Denken, sondern auch für das Leben, sie sollte den Menschen nicht bloß klüger und verständiger, sondern auch frommer und besser machen. Diese seine „Lebenslehre“ hat …

… ist bei einer bloß theoretischen Auffassung einzelner Theile der Philosophie nicht stehen geblieben. Ihm war die Philosophie nicht bloß eine Aufgabe für das Denken, sondern auch für das Leben, sie sollte den Menschen nicht bloß klüger und verständiger, sondern auch frommer und besser machen. Diese seine „Lebenslehre“ hat Krause in mehreren Werken entwickelt, in seiner „Philosophie der Geschichte“ seinem „Urbild der Menschheit“ u. a. m. Hier zeigt sich im vollsten Maaße sein theocentrischer, fast theosophisch-mystischer Standpunkt. Diese Werke voll idealen Schwunges und edler reiner Auffassung. Er schildert in den verschiedenen Lebensaltern die höchsten Aufgaben der Menschheit, und findet die „Hochzeit des Menschheitlebens“ in dem jedes geistige Dasein seinen Culminationspunkt zu erreichen vermag, in der Möglichkeit der höchsten und tiefsten individuellen Einigung mit Gott. Diese Richtung, die sich in seinen Schülern abgeklärt hat, ist nicht frei von Schwärmerei. Sie steht nicht inmitten christlicher Ekstase, christlicher Mystik, wie es bei manchen Denkern des Mittelalters der Fall war, sie betrachtet „den Platonismus wie das Christenthum“ nur als Vorstufe jenes Zeitpunktes. In dieser Beziehung ist …

… in mehreren Werken entwickelt, in seiner „Philosophie der Geschichte“ seinem „Urbild der Menschheit“ u. a. m. Hier zeigt sich im vollsten Maaße sein theocentrischer, fast theosophisch-mystischer Standpunkt. Diese Werke voll idealen Schwunges und edler reiner Auffassung. Er schildert in den verschiedenen Lebensaltern die höchsten Aufgaben der Menschheit, und findet die „Hochzeit des Menschheitlebens“ in dem jedes geistige Dasein seinen Culminationspunkt zu erreichen vermag, in der Möglichkeit der höchsten und tiefsten individuellen Einigung mit Gott. Diese Richtung, die sich in seinen Schülern abgeklärt hat, ist nicht frei von Schwärmerei. Sie steht nicht inmitten christlicher Ekstase, christlicher Mystik, wie es bei manchen Denkern des Mittelalters der Fall war, sie betrachtet „den Platonismus wie das Christenthum“ nur als Vorstufe jenes Zeitpunktes. In dieser Beziehung ist Krause’s Lehre nicht positiv, in dieser Beziehung kann man sie auch rationalistisch nennen; – aber wie gesagt so weit und noch mehr ist es jede andere Philosophie. Die gesammte Philosophie wird aber dagegen protestieren, auch das System rationalistisch zu nennen, was bis zur Theosophie und Mystik sich steigert.…

… Auf einen Punkt in Krause’s Lehre erlaube ich mir hinzudeuten, der, wenn er den belgischen und italienischen Anklägern des …

Krause theilt mit …

… heruntergekommene Vorliebe für Versuche zur Verbesserung des Menschengeschlechtes, für sogenannte sozialistische Ideen. Der Gedanke eines philosophischen Menschheitsbundes schwebte Krause vor, ein Gedanke, den er nicht bloß in seinem Werke „das Urbild der Menschheit“, sondern auch in seinem Werke „die drei ältesten Urkunden der Freimauer-Bruderschaft, mitgetheilt, bearbeitet, und in einem Lehrfragmente urvergeistigt. Dresden 1819–21“…

… weiter ausspinnt. Zur praktischen That ist aber dieser Gedanke weder bei dem stillen Denker Krause, noch bei einem seiner Schüler – meines Wissens nach – geworden.…

… bemüht ist, in Übereinstimmung mit der Lehre seines Meisters, den Begriff der Persönlichkeit Gottes auf philosophischem Wege festzustellen. Nichts desto weniger findet der Verfasser des Artikels nicht bloß, daß es ihm nicht gelungen, sondern daß seine Begriffsfeststellung nur eine Maske sei, um den Pantheismus zu verbergen. Zweideutig wird …

… den Monotheismus zu restituieren, den Pantheismus von sich wegzuweisen, wer, der nur einigermaßen Krause kennt, wird es wagen können, ohne Versuch eine bloße Maske zu nennen! Besonderen Anstoß erregte jene Stelle wo …

… und Krauses, welchen Letzteren bekanntlich …

… In wie weit, die über Krause ausgesprochenen Ansichten begründet oder nicht begründet sind, habe ich mir erlaubt, Euer Exzellenz im Verlaufe des Berichtes darzulegen.…

… selbst wurde noch vor zwanzig Jahren Krause verhältnismäßig sehr wenig gelesen, seine Ausdrucksweise ist nichts weniger als anziehend. Die Sucht nach eigenthümlichen Worten verhältnismäßig noch größer, sicher nicht geringer als bei …

… von der der französischen Communisten und Sozialisten ist. Daß seine Socialtheorie in der von Krause aufgestellten Lehre wurzelt, ist bei einem Schüler …

… aufgestellten Lehre wurzelt, ist bei einem Schüler Krause’s selbstverständlich.…

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