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Kastl Michael Theodor

Absender Empfänger Ausstellungsort Datum Treffer KWIC / Dokument-ID
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Hasner, Leopold Thun, Leo Prag 1850-07-12 6

... Noch erlaube ich mir Kastel’s zu erwähnen. Euer Excellenz waren meines Wissens geneigt, ihn zum Extraordinarius zu machen. Seither hat er sich in Conflikte gebracht, die an seiner Stelle ihm nicht förderlich sein konnten, wenigstens muß ich dies, nach dem was ich hierüber im Allgemeinen vernommen und nach der Verzögerung seiner Ernennung, glauben. Da ich aber selbst einmal zu wenig Fachmann im Kirchenrechte bin, andererseits den näheren Inhalt seiner ersten Vorträge nicht kenne, so habe ich in der Sache kein eigentliches Urtheil. Doch muß ich in der That glauben, daß ...

... zu erwähnen. Euer Excellenz waren meines Wissens geneigt, ihn zum Extraordinarius zu machen. Seither hat er sich in Conflikte gebracht, die an seiner Stelle ihm nicht förderlich sein konnten, wenigstens muß ich dies, nach dem was ich hierüber im Allgemeinen vernommen und nach der Verzögerung seiner Ernennung, glauben. Da ich aber selbst einmal zu wenig Fachmann im Kirchenrechte bin, andererseits den näheren Inhalt seiner ersten Vorträge nicht kenne, so habe ich in der Sache kein eigentliches Urtheil. Doch muß ich in der That glauben, daß Kastl, weit entfernt, sich selbst noch bisher für einen Reformator im Kirchenrechte zu halten, durch ein paar ungeschickte Frasen und Thesen Bedenken erregt habe, welche er selbst nie rechtfertigen würde, am wenigsten, wenn ihm Gelegenheit gegeben würde, durch ein konzentrirtes Studium sich vollkommen selbst zu klären. ...

... , weit entfernt, sich selbst noch bisher für einen Reformator im Kirchenrechte zu halten, durch ein paar ungeschickte Frasen und Thesen Bedenken erregt habe, welche er selbst nie rechtfertigen würde, am wenigsten, wenn ihm Gelegenheit gegeben würde, durch ein konzentrirtes Studium sich vollkommen selbst zu klären. Kastl ist eine Gemütsnatur, die in ihrem tieferen Inneren eine natürliche Neigung zum Religiösen hat. Darum auch sein wahrhaftes Interesse für sein Fach. Hier kann man vielleicht über das, was Jugend, Miasmen der Zeit u.s.f. verursachen, ohne Sorge, ja mit den besten Hoffnungen hinaus gehen, wenn man näher auf die Wesenheit des Mannes selbst eingeht, aus der sich mit Jahr um Jahr mehr des dem religiösen Standpunkte Adäquate heraus arbeiten muß. Ohne hier natürlich absprechen zu können, darf ich doch im Allgemeinen von ...

... ist eine Gemütsnatur, die in ihrem tieferen Inneren eine natürliche Neigung zum Religiösen hat. Darum auch sein wahrhaftes Interesse für sein Fach. Hier kann man vielleicht über das, was Jugend, Miasmen der Zeit u.s.f. verursachen, ohne Sorge, ja mit den besten Hoffnungen hinaus gehen, wenn man näher auf die Wesenheit des Mannes selbst eingeht, aus der sich mit Jahr um Jahr mehr des dem religiösen Standpunkte Adäquate heraus arbeiten muß. Ohne hier natürlich absprechen zu können, darf ich doch im Allgemeinen von Kastl mit voller Überzeugung sagen, daß, was Redlichkeit des Strebens, Energie und Lauterkeit des Interesses, Ruhe und Eindringlichkeit des Denkens anbelangt, ich ihn über alle übrigen jüngeren Kräfte unserer Fakultät stellen muß, so wie er in politischer Beziehung, obschon nicht ängstlich und von liberaler Gesinnung, ein entschieden humanistischer, mit Abscheu gegen jede revolutionären Elemente erfüllter Mensch ist. Auch ist er als Lehrer des Kirchenrechts durchaus bescheiden, zwar mit der nöthigen Sachkenntnis versehen, aber wohl überzeugt, noch nicht entscheidend auftreten zu dürfen, sich eine Kritik im Einzelnen höchstens erlaubend....

... So viel glaubte ich Euer Exzellenz über eine Persönlichkeit sagen zu müssen, welche eben, obschon sehr ungerne, einen andern Weg, den des Notariats, aufgesucht hat, noch immer aber mit Sehnsucht einer Resolution seitens des hohen Ministeriums harrt, da sie nur mit Widerstreben die Bahn der Wissenschaft verlassen würde. Euer Excellenz mögen von anderen Seiten vielleicht näher über Kastl unterrichtet sein; gleichwol dachte ich, daß Hochderselben bei einer etwa nächstens zu fassenden Resolution eine mehrseitige Meinungsäußerung nicht unwillkommen sein möchte. Sehr natürlich kann ich für ...

... unterrichtet sein; gleichwol dachte ich, daß Hochderselben bei einer etwa nächstens zu fassenden Resolution eine mehrseitige Meinungsäußerung nicht unwillkommen sein möchte. Sehr natürlich kann ich für Kastl keine Bürgschaft geben, als soweit die Frage um den moralischen und wissenschaftlichen Menschen im Allgemeinen ist. Hier habe ich ihn achten gelernt. Das Gewicht einzelner Fehler oder Irrthümer muß ich zu beurtheilen Jenen überlassen, in deren Sfäre sie fallen....

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