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Ignatius von Loyola k_A

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Beckx, Pierre Jean Thun, Leo Rom 1858-06-23 3

... Die Gesellschaft Jesu ist ein religiöser Orden, der seine Sendung zum Lehrfach von der Kirche empfangen hat. Wenn man aber einen solchen in sich schon organisirten Lehrkörper zur Übernahme des Unterrichts beruft, so scheint es naturgemäß und nothwendig, daß man ihm seine Eigenthümlichkeit lasse. Man kann keine Jesuitenschulen haben, wenn man die Jesuiten nicht nach ihrer Lehrweise verfahren läßt. Nebst den Satzungen für das religiös apostolische Leben erhielt die Gesellschaft Jesu von ihrem Stifter, dem Hl. Ignatius, auch besondere Vorschriften für die Erziehung und den Unterricht der Jugend. Nach diesen Vorschriften des Hl. Stifters wurde nicht lange nach seinem Tode eine vollständige Studienordnung (ratio studiorum societatis Jesu) entworfen, welche einen Theil unseres Institutes ausmacht und ebenso wie dieses von der Kirche mehrmals gutgeheißen ist. Obgleich diese Studienordnung nach Zeit und Umständen im Sinne des ...

... , auch besondere Vorschriften für die Erziehung und den Unterricht der Jugend. Nach diesen Vorschriften des Hl. Stifters wurde nicht lange nach seinem Tode eine vollständige Studienordnung (ratio studiorum societatis Jesu) entworfen, welche einen Theil unseres Institutes ausmacht und ebenso wie dieses von der Kirche mehrmals gutgeheißen ist. Obgleich diese Studienordnung nach Zeit und Umständen im Sinne des Hl. Ignatius einige Modifkazionen erhalten kann, so hat doch die Gesellschaft Jesu die Grundsätze und wesentlichen Bestimmungen als ein Vermächtnis ihres Vaters stets mit kindlicher Treue bewahrt. Allerdings hat man ihr diese Treue mitunter als zähes Festhalten zum Vorwurf gemacht, aber die Wahrheit ist, daß sie noch keine Ursache hatte, ihre Standhaftigkeit zu bereuen, sondern vielmehr eben dieser Treue es zuschreiben muß, wenn sie im Erziehungs- und Unterrichtswesen mit einigem Erfolge gewirkt hat. Indem wir daher die Bitte aussprechen, die uns anvertrauten Schulen nach unserer Ratio studiorum ohne fremden Einfluß leiten zu dürfen, so geschieht dies keineswegs aus engherziger Vorliebe zu Sonderlichkeiten oder aus vorgefaßter Meinung gegen alle Verbesserungen der Neuzeit: nein, wir wünschen aufrichtig und sehnlich dem Verlangen der hohen Regierung, wo und wie wir es können, zu entsprechen und das von ihr beabsichtigte Gute zu befördern; allein wir fühlen auch die Pflicht und das Bedürfnis zu seyn, was wir sind, an der Verfassung unseres Ordens und namentlich an dem ...

... . Nur dann können wir uns einen gesegneten Erfolg von unserer Wirksamkeit im Lehrfache versprechen, wenn uns gestattet ist, die von unserm Institute uns für unsere Schulen vorgeschriebenen Verfahrungsweise zu befolgen. Die Ratio studiorum Societatis Jesu ist nicht etwa eine zufällige Zusammenstellung mannigfaltiger Schulverordnungen, sondern sie ist, ihren Prinzipien und Hauptbestimmungen nach, aus den Constituzionen des Hl. Ignatius entnommen und bildet ein Ganzes, das von weisen Männern nach langer Prüfung zusammengestellt und durch die Erfahrung während Jahrhunderten bewährt wurde. Ihr Zweck ist, die Lehrgegenstände durch die verschiedenen Schulen so zu vertheilen und die Behandlung derselben so zu regeln, daß die Jugend sowohl in den Wissenschaften gründlich unterwiesen als auch zur wahren Sittlichkeit herangebildet und zur Erkenntnis und Verehrung Gottes angeleitet werden könne. Auf diesen doppelten Zweck sind alle einzelnen Satzungen und Regeln mit großer Umsicht berechnet und sie stehen mit einander in solchem Zusammenhange, daß sie sich wechselseitig ergänzen und unterstützen und man deshalb nicht willkürlich diese oder jene aufgeben kann....

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