3 Treffer für
Curtmann Wilhelm

Absender Empfänger Ausstellungsort Datum Treffer KWIC / Dokument-ID
Absender Empfänger Ausstellungsort Datum Treffer KWIC / Dokument-ID
ohne Absender ohne Empfänger no place 3

... Wir wollen hierorts die gewichtigen und gründlich motivirten Einwürfe gegen das starre Fachsystem nicht wiederholen, welche auch in der „Religio“ (Jahrgang 1846 II, Nr. 33) ausführlich und überzeugend besprochen wurden, und indem wir die Räthe der Regierung auf diese Aufsätze aufmerksam machen, wollen wir nur das ungeschminkte Urtheil zwei neuerer Schulmänner anführen: Kurtmann, dessen Name in der Pädagogie gefeiert wird, schreibt: „Da jeder Lehrer nichts als sein Fach kennt, so betrachtet er es natürlicher Weise als das einzig wichtige im Kreise der Wissenschaften und plagt die armen Schüler mit Einzelheiten, welche den Fachgelehrten wohl interessant, für die allgemeine Bildung aber ganz nutzlos sind.“ (Die Schule und das Leben, eine gekrönte Preisschrift 1847, S. 19)...

... ist treffend: „Bedarf der österreichische Lehrstand solcher Vorschriften, so nützen dieselben nichts: denn er wird doch nicht darnach unterrichten können; wenn derselbe aber in ihrem Sinn unterrichten kann, dann bedarf er wieder nicht solcher Ministerialvorschriften.“ (S. 83) Zur Rechtfertigung dieser Ansicht brauchen wir nur auf die lächerliche Verordnung hinzuweisen, wonach die Qualität des Papiers, das die Schüler zum Abschreiben ihrer Aufgabe zu gebrauchen haben, von der Bestimmung des Lehrers abhängig gemacht ist. § 52 bespricht die Vertheilung der Lehrstunden, § 53 die Ferientage. Die Lehrstunden, obwohl vermehrt, entsprechen den Forderungen des Lehrsystems doch nicht. Bei uns Katholiken müßte – sollen die Lehrstunden auf Kosten der Lehrer und Schüler, was nicht rathsam ist, nicht vermehrt werden – die Weltgeschichte abgekürzt und die so gewonnene Zeit zum Vortrage der Kirchengeschichte verwendet werden. In Betreff der Ferien berufen wir uns auf Kurtman, der in seinem Werke „Die Schule und das Leben“ sagt: „Den Kindern, welche die Schulferienzeit im Müßiggange verbringen, ist sie wahres Gift. Nicht bloß die Ferienzeit selbst ist verloren, denn sie wird meistens nicht einmal direkt im Interesse der Gesundheit verwendet, sondern die Nachwehen verderben oft noch die ganze nächste Schulwoche. In früheren Zeiten milderte sich all dieser Nachtheil durch die Häuslichkeit der Eltern. Die Ferien sind nicht bloß Freibriefe für den Müßiggang, sondern für tausend sonst verbotenen Unregelmäßigkeiten und Genüsse. Machet alle Mittwoche zu Ferientagen, wenigstens zu Excursionstagen, ich habe nichts dawider, machet am Ende jeden Monats 3 Tage Ferien, es ist nicht unbillig; aber treibt die Jugend nicht vorsätzlich in den Müßiggang und die Gesetzlosigkeit hinein.“ (S. 28–29) Nach § 56 besteht die Unterrichtsfreiheit darin, daß „am Privatgymnasium eine Abweichung von dem allgemeinen Lehrplan innerhalb der bezeichneten Grenzen wohl stattfinden kann.“ Es fragt sich, ob unsere katholischen Gymnasien zu Privatlehranstalten herab[ge]würdigt werden sollen, wenn die Kirche zur Erreichung ihrer eigenen Zwecke in ihren eigenen Lehranstalten die Kirchengeschichte, Liturgik und andere katholische Fächer vortragen läßt? Die Bedeutung dieses § ist für uns höchstwichtig. In unserem Vaterlande sind die meisten Gymnasien katholisch kirchliche Gymnasien. Es ist unmöglich, daß die Regierung unsere Gymnasien, wenn in ihnen jene Gegenstände gelehrt werden, als Privatschulen betrachte: Sie würde dadurch in Konflict gerathen mit den katholischen Interessen und unsere Anstalten gleichsam verstoßen, die wir mit Bereitwilligkeit zur Erzweckung der Absichten des Staates geöffnet haben. Anlangend das Lehrgeld, so liegt auf dessen Berechtigung und Verwendung viel Dunkelheit. Wir wollen die Zweckmäßigkeit dieser Verordnung nicht bezweifeln, müssen aber die höchsten Dignitäten unserer Kirche auf den unsere katholischen Gymnasien betreffenden Abschnitt des fraglichen Artikels aufmerksam machen. „An den übrigen Gymnasien haben die Korporationen, Gesellschaften oder Einzelpersonen, welche dieselben erhalten, zu bestimmen, ob ein Schuldgeld und welches zu entrichten sei (§ 9); bei öffentlichen Gymnasien dieser Art ist jedoch zur Festsetzung des Schulgeldes die Genehmigung des Landesschulrathes erforderlich.“...

... Hier verbreitet sich Recensent über die klägliche Stellung der Lehrer in materieller Hinsicht und sucht die Gefahren und üblen Folgen dieses Umstandes zu beweisen, er führt Kurtmanns Werke an: „Wenn geistliche Schullehrer durch Vernachlässigung in die Reihen der Unzufriedenen getrieben werden, dann vergiftet der Staat selbst seine besten Säfte.“ Gegen den Antrag ...

(rezension-organisationsentwurf-in-zeitschrift-religio-1851-a3-xxi-d144.xml)