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Bumüller Johannes

Absender Empfänger Ausstellungsort Datum Treffer KWIC / Dokument-ID
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Ficker, Julius Thun, Leo Innsbruck 1855-03-25 2

... Bei dem Interesse, das Euer Exzellenz diesem Werke zuwenden, darf ich mir wohl erlauben, einige vorläufige Bemerkungen über dasselbe hinzuzufügen, die sich aber, da ich noch durch das gnädige Schreiben Euer Exzellenz auf diese Arbeit des Verfassers aufmerksam wurde, lediglich auf eine flüchtige Durchsicht desselben, eine oberflächliche Vergleichung mit den entsprechenden Werke von ...

... und die genauere Einsicht einiger weniger Partien stützen, so daß ich nicht verbürgen kann, ob nicht eine genauere Prüfung des Ganzen sie vielleicht modifizieren dürfte. Es lassen sich, was den wissenschaftlichen Inhalt betrifft, einzelne Einwände erheben, aber doch wohl so weit ich bis jetzt gesehen, keine von solchem Gewichte, daß sie dem Werthe des ganzen bedeutenden Eintrag thuen könnten. Daß viele Partien der alten Geschichte nicht nach den, oft nach schwankenden Resultaten der neueren Forschung, sondern nach der Auffassung der alten selbst dargestellt werden, ist ohne Zweifel dem Standpunkte des Untergymnasiums durchaus angemessen. Ein Vorwiegen der religiösen Auffassung ist mir im größten Theile des Buches nicht aufgefallen, die geringe Berücksichtigung der Anfänge des Christenthums würde sogar als Mangel erscheinen dürfen, wenn dabei nicht von der Voraussetzung ausgegangen wäre, daß bei dem Religionsunterrichte darauf Rücksicht genommen würde. Dagegen scheint es mir allerdings, daß in der ältesten Geschichte einzelne feststehende Resultate der neueren Forschung, z.B das hohe Alterthum der egyptischen Monumente, absichtlich umgangen sind, weil sie der Heiligen Schrift widersprechen oder zu widersprechen scheinen, so sehr sich durch alle neuesten Forschungen die Heilige Schrift als glaubhafteste Geschichtsquelle erweist, so scheint es mir doch gefährlich für das Ansehen der in ihre enthaltenen göttlichen Offenbarung von vornherein für ihren rein historischen Theil gleiches Ansehen in Anspruch zu nehmen, daß es nicht zu vermeiden ist, daß der Schüler zuweilen auf Widersprüche mit anderen Geschichtsquellen stoßen wird, die der Lehrer vielleicht nicht immer sogleich genügend wird lösen können. Doch scheint auch der Verfasser dieses nicht ganz unberücksichtigt gelassen zu haben. Die Art der Vorstellung des geografischen Theils in beiden Werken hätte ich allerdings einige erhebliche Einwände. Im ganzen würde mein Urtheil über das Werk doch kaum ein sehr ungünstiges sein können, so wenig ich mir übrigens darüber ein maßgebendes Urtheil zutrauen möchte....

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