5 Treffer für
Boczek Alois

Absender Empfänger Ausstellungsort Datum Treffer KWIC / Dokument-ID
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Blum, Peter Josef Rauscher, Joseph Othmar Limburg 1854-08-23 5

... Euer Fürsterzbischöflichen Gnaden persönlich bekannt zu sein, habe ich zwar nicht die Ehre; gleichwohl glaube ich, gestützt auf Hochdero bekannte warme Theilnahme an den Geschicken der Kirche in diesen Gegenden und Ihre vielbewährte menschenfreundliche Gesinnung, Hochihrem gnädigsten Wohlwollen den Überbringer dieses, Herrn Dr. A[lois] Boczek ganz ergebenst empfehlen zu dürfen....

... , wo er seit mehrern Jahren das einzige conservative Blatt des Herzogthums, die Nassauische Allgemeine Zeitung, redigirte und zwar im besten Geiste. Entschieden österreichisch gesinnt, kämpfte er seinerzeit in diesem Blatte auf das Nachdrückliste für die Zolleinigung, welche eine mächtige Partei hierzuland wie anderwärts heftig anfeindete. Als dann später der Kirchenstreit ausbrach, nahm er sich mit aller Entschiedenheit, jedoch stets in der rücksichtsvollsten Weise des gebeugten Rechts der Kirche an. Es war dies umso wichtiger für uns nassauische Katholiken, als wir uns täglich den giftigsten Angriffen der im Lande erscheinenden radicalen Blätter und des benachbarten Frankfurter Journals ausgesetzt fanden. Ohne die verdienstlichen Bestrebungen des Herrn Dr. Boczek würde während des noch nicht beigelegten Kirchenconflictes die Stimme des Rechtes und der Wahrheit im Herzogthume ganz unvertreten gewesen sein. Die Leiter der kirchenfeindlichen Partei haben dies auch sehr wohl erkannt und seit langem einen heftigen Haß auf Dr. Boczek und die von ihm redigirte Nassauische Allgemeine Zeitung geworfen, der Art, daß über dieses Blatt nach mehrern vorangegangenen Maßregelungen zuletzt trotz der gesetzlich bestehenden Preßfreiheit eine förmliche Polizeicensur verhängt wurde, um zu verhüten, daß sich dasselbe irgendwie über die Kirchenfrage ausspreche. Die betreffenden protestantischen Ministerialbeamten wußten nämlich wohl, daß eine solche Verfügung das Blatt zugrunde richten und damit dem Herrn Boczek seine Existenz in Frage stellen würde. Dies ist nun auch, und zwar in der brutalsten Weise geschehen, indem das Ministerium soeben den Herrn ...

... würde während des noch nicht beigelegten Kirchenconflictes die Stimme des Rechtes und der Wahrheit im Herzogthume ganz unvertreten gewesen sein. Die Leiter der kirchenfeindlichen Partei haben dies auch sehr wohl erkannt und seit langem einen heftigen Haß auf Dr. Boczek und die von ihm redigirte Nassauische Allgemeine Zeitung geworfen, der Art, daß über dieses Blatt nach mehrern vorangegangenen Maßregelungen zuletzt trotz der gesetzlich bestehenden Preßfreiheit eine förmliche Polizeicensur verhängt wurde, um zu verhüten, daß sich dasselbe irgendwie über die Kirchenfrage ausspreche. Die betreffenden protestantischen Ministerialbeamten wußten nämlich wohl, daß eine solche Verfügung das Blatt zugrunde richten und damit dem Herrn Boczek seine Existenz in Frage stellen würde. Dies ist nun auch, und zwar in der brutalsten Weise geschehen, indem das Ministerium soeben den Herrn Dr. Boczek des Landes verwiesen hat, weil derselbe in diesen Tagen in seinem Blatte jene bekannten Nachrichten über eine zu hoffende Ausgleichung in ...

... Dr. Boczek ist nun durch den Ausweisungsbefehl in eine ganz trostlose Lage versetzt, da er seine Existenz einbüßt und seine Familie vorerst in ...

... begeben und versuchen, ob er vielleicht dort oder überhaupt in seinem großen Vaterlande mit Gottes Hülfe sich wieder eine Existenz begründen könne. Dies wird ihm aber nur gelingen, wenn einflußreiche Persönlichkeiten sich seiner mildherzig annehmen und seinen Bestrebungen ihre Protection angedeihen lassen. Auf seine Bitte geschieht es, daß ich in wohlverdienter Würdigung der preiswürdigen Gesinnungstüchtigkeit, mit welcher er den kirchlichen Interessen auf jede Gefahr hin zu dienen bestrebt war, Euer Fürsterzbischöfliche Gnaden um Hochihre werthvolle Theilnahme für den hartheimgesuchten Mann auf das Angelegentlichste bitte. Hochihre gewichtige Fürsprache wird es wohl am ehesten erreichen, daß derselbe vielleicht wieder in den Staatsdienst aufgenommen wird, in welchem er seinem allergnädigsten Kaiser und Herrn gewiß treu und eifrig zu dienen bemühet sein würde oder aber sonst durch angemessene literarische Beschäftigung sein Unterkommen findet. Übrigens bin ich weit davon entfernt, mir über die Art der Bethätigung Hochihrer gnädigsten Theilnahme eine weitere Andeutung erlauben zu wollen; mir genügt es, meinen Clienten Euer Fürsterzbischöflichen Gnaden zu hochgeneigter Huld empfohlen zu haben und zu wissen, daß Hochdieselben allen Bedrängten nach dem Antriebe Ihres edeln Herzens gerne so viel als möglich beistehen, namentlich wenn sie, wie Dr. Boczek, wegen unserer heiligen Religion verfolgt werden....

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